St. Wendelin (Herbolzheim)

Die Kirche St. Wendelin war die älteste Kirche in Herbolzheim, einem Ortsteil der Gemeinde Neudenau im Landkreis Heilbronn. Sie befand sich am rechten Ufer der Jagst im heutigen Friedhof. Der Turm der Kirche wurde 1784 wegen Baufälligkeit abgerissen, das im 14. Jahrhundert erneuerte Langhaus 1825. Von der Kirche hat sich eine in der Friedhofsmauer vermauerte gotische Nische erhalten, in der einst eine als Totenmännle bekannte Holzfigur verwahrt wurde.
Der älteste neuzeitliche Siedlungskern von Herbolzheim befand sich am rechten Jagstufer. Dort entstand auch die erste Kirche des Ortes. Während man den Ort nach den Ungarneinfällen im frühen 10. Jahrhundert auf einen Höhenzug am gegenüberliegenden linken Jagstufer verlegt hat, blieben der Friedhof und die Kirche auf der rechten Uferseite erhalten. Die Kirche St. Wendelin war älter als der sie umgebende Friedhof, da das ursprüngliche Begräbnis etwas weiter westlich stattfand und man den heutigen Friedhof bei der Kirche erst um 1200 angelegt hat.
Über das Aussehen der Kirche und ihre Baugeschichte ist nur wenig bekannt. In Analogie zur Gangolfskapelle in Neudenau nimmt man an, dass der Turmsockel der älteste Bauteil der Kirche war und noch aus der Zeit der Romanik stammte. Über das Langhaus dieser Bauepoche ist nichts mehr bekannt. Das Langhaus wurde wohl etwa im 14. Jahrhundert im Stil der Gotik erneuert. Bauliche Überreste des Langhauses sind die heute noch an der Stelle der Kirche auf dem Friedhof vermauerte steinerne gotische Nische sowie ein hölzernes gotisches Fries, das später in ein Wohnhaus in der Herbolzheimer Kreßbachstraße versetzt wurde.
Während des Bauernkriegs 1525 war Oswald Lewer Pfarrer in Herbolzheim. Er predigte bereits nach lutherischer Lehre und rief zur Beteiligung an den Bauernaufständen auf, wofür er sich später vor Gericht zu verantworten hatte. Zwar sprach man ihn von den Vorwürfen der Aufwieglerei frei, doch wurde er 1530 in Tübingen dennoch hingerichtet, weil er sich inzwischen den Täufern angeschlossen hatte. Aufgrund der Zugehörigkeit zu Kurmainz und trotz einiger Streitigkeiten wegen des Patronatsrechts blieb Herbolzheim auch während der Reformation im 16. Jahrhundert katholisch.
Die Wendelinskirche am anderen Jagstufer als der Ort brachte manche Beschwernis mit sich. Die Dorfbewohner hatten die Jagst über einen hölzernen Steg zum Gottesdienst zu überqueren, bevor 1761 die erste steinerne Jagstbrücke errichtet wurde. Um im Ort die Glocken läuten zu können, wurde dort eine bereits im 17. Jahrhundert erwähnte Kapelle errichtet. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entschloss man sich schließlich, am Platz jener Kapelle einen Kirchenneubau zu errichten. Mit dem Bau der dort heute noch befindlichen alten Kilianskirche (sie hat inzwischen an anderer Stelle mit der heutigen Kirche St. Kilian ebenfalls ein Nachfolgebauwerk erhalten) wurde 1770 begonnen. 1780 konnte die Kirche eingeweiht werden.
Nach der Einweihung der Kilianskirche wurde 1784 der Turm der Wendelinskirche wegen Baufälligkeit abgerissen. Seine Steine hat man zur Reparatur der durch Eisgang beschädigten steinernen Jagstbrücke von 1761 verwendet. Das Langhaus blieb noch einige Jahrzehnte erhalten, bevor man es wegen Einsturzgefahr 1825 schließlich auch zum Abriss freigab.
Der ursprünglich ovale und ummauerte Friedhof, auf dem sich St. Wendelin befunden hatte, wurde 1839 in einer rechteckigen Form neu angelegt. In die dabei neu entstandenen Mauern hat man an der Stelle der alten Kirche eine gotische Nische vermauert, die einst wohl als Tabernakelschrein gedient hat. In der Nische wurde noch für längere Zeit eine uralte Holzfigur verwahrt, die zuletzt kopflos und stark wurmstichig war. Da sich an der Figur noch Reste einer Schäfertasche erkennen ließen, glaubt man, dass die Holzfigur ursprünglich eine Wendelinsfigur war. Da das Patrozinium der alten Kirche jedoch zeitweilig in Vergessenheit geriet, wurde die Figur traditionell nur als Totenmännle bezeichnet. Zu unbekanntem Zeitpunkt ging das Männle verloren. Die vermauerte Nische hat die Zeit bis heute auf dem Friedhof überdauert.
49.284239.25642Koordinaten: 49° 17′ 3″ N, 9° 15′ 23″ O

Anders Lund Hoyer

Stand: 12. August 2011
Anders Lund Hoyer (* 4. September 1983 in Odense) ist ein dänischer Volleyball- und Beachvolleyballspieler.
Hoyer begann seine Karriere als Hallen-Volleyballer 1998 bei DHG Odense. 2003 wurde er mit dem Verein dänischer Meister. Im gleichen Jahr spielte er als Beachvolleyballer mit Jakob Møller Sørensen bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Saint-Quay-Portrieux. Ein Jahr später entschied er sich endgültig für das Spiel im Sand.
Seit 2006 bildet Hoyer ein Duo mit Bo Søderberg. Bei der Europameisterschaft 2008 in Hamburg unterlagen die Dänen in der zweiten Hauptrunde den Deutschen Matysik/Uhmann und mussten sich schließlich auf der Verlierer-Seite den Schweizern Heuscher/Heyer geschlagen geben. Anschließend kamen sie bei zwei Open-Turnieren in die Top Ten. Bei der Weltmeisterschaft 2009 kamen sie als Gruppenzweite in die erste Hauptrunde und verloren dort gegen die Esten Kais/Vesik. Außerdem wurden sie 2008 und 2009 dänischer Meister. Das nächste WM-Turnier 2011 in Rom endete für Søderberg/Hoyer erst im Viertelfinale gegen die Letten Pļaviņš/Šmēdiņš.

Piz Roseg

Piz Roseg und Tschiervagletscher von Nordwesten
Hauptgipfel vom nordwestlichen Vorgipfelbdep2
Der Piz Roseg ( [ˌpitsroˈzetɕ]?/i) ist ein markant freistehender Berg über dem Val Roseg in den Bernina-Alpen im Kanton Graubünden in der Schweiz.
Der 3’937 m hohe Hauptgipfel ist vom etwas mehr als 300 Meter nordwestlich liegenden Vorgipfel (3’918 m, auch Schneekuppe genannt) durch einen ausgeprägten Sattel getrennt. Im Osten ist der Piz Roseg durch die 3’522 m hohe Scharte Porta da Roseg vom Piz Scerscen getrennt. Der Grat zwischen Hauptgipfel und Porta da Roseg trägt den 3’868 m hohen Gipfel des Piccolo Roseg.
Die Eismassen des Piz Roseg fliessen in drei grossen Gletschern ab:
Die Staatsgrenze zwischen der Schweiz und Italien verläuft von der Porta da Roseg über den Ostgrat in die Nähe des Hauptgipfels, biegt aber 70 Meter davor über den Sellagrat nach Südwesten ab. Der Hauptgipfel liegt zur Gänze in der Schweiz.
Den Berg, der 1865 durch Adolphus Warburton Moore, Horace Walker und Jakob Anderegg erstbestiegen wurde, erreicht man am einfachsten von Pontresina durch das Val Roseg (Rosegtal). Die heutige Normalroute zum Gipfel im Schwierigkeitsgrad ZS- der SAC-Berg- und -Hochtourenskala folgt dem Nordgrat, auch Esels- oder Middlemoregrat, rätoromanisch la crasta genannt. Durch die stark vergletscherte Nordostwand führen zahlreiche anspruchsvolle Eisanstiege. Die erste erfolgreiche Durchsteigung dieser Eisflanke gelang Christian Klucker und Ludwig Norman-Neruda am 16. Juni 1890 in nur 5½ Stunden. Am 4. Juli 1977 stürzte hier der bekannte Südtiroler Steilwandabfahrer Heini Holzer im Alter von nur 32 Jahren beim Versuch der ersten Skibefahrung in den Tod.
Mit der Chamanna da Tschierva, die auf einer Höhe von 2’583 m über dem Tschiervagletscher liegt, und der 2’610 m hoch gelegenen Chamanna Coaz im hintersten Rosegtal stehen zwei SAC-Hütten als alpine Stützpunkte zur Verfügung.

Juan Francisco de la Bodega y Quadra

Juan Francisco de la Bodega y Quadra (getauft 3. Juni 1743 in Lima (Peru); † 26. März 1794 in Mexiko-Stadt) war ein spanischer Marine-Offizier, Entdecker und Seefahrer.
Er segelte von 1774 bis 1788 für die spanische Marine von San Blas (im mexikanischen Staat Nayarit), erforschte den Pazifischen Nordwesten Nordamerikas bis nach Alaska. Er nahm an zwei Expeditionen teil (1775 und 1779) und kam in einer kriegerischen Auseinandersetzung in Mexiko ums Leben.

Juan Francisco de la Bodega y Quadra war der Sohn von Tomás de la Bodega y de las Llanas, einem Spanier, der in Staatsdiensten in Cuzco tätig war, und von Francisca de Mollinedo y Losada, die einer einflussreichen peruanischen Adelsfamilie entstammte. Er trat im Alter von 19 Jahren in die Akademie der Armada Española in Cádiz ein und wurde vier Jahre später Offizier. 1774 kam er nach San Blas, dem spanischen Hauptort für die Westküste Amerikas.
Als Kapitän auf dem Schoner Sonora segelte er zusammen mit Juan José Pérez Hernández in der von Bruno de Hezeta geführten Expedition. Dabei erkundete er die Küste des heutigen Kaliforniens und entdeckte rund 85 km nördlich der Bucht von San Francisco die Bodega Bay, die mitsamt der dort ab 1809 entstehenden Siedlung nach ihm benannt ist. Er führte sein Schiff noch weiter nach Norden als seine Begleiter und erreichte 58°30’ nördlicher Breite. Außerdem entdeckte und benannte er in Alaska den Bucareli Sound im Alexanderarchipel.
Er wurde 1776 nach Peru geschickt, um ein Schiff an die Nordwestküste zu begleiten. 1777 kehrte er mit der Fregatte Favorita nach San Blas zurück, ein Schiff, auf dem er unter dem Kommando von Ignacio de Arteaga nach Alaska fuhr. Sie sollten feststellen, wie weit der russische Einfluss in der Region bereits reichte und die Schiffe von James Cook aufbringen – der zu dieser Zeit allerdings längst auf Hawaii umgebracht worden war.
Bodega, der schon 1776 zum Ritter des Santiagoordens geschlagen worden war, wurde 1780 Fregattenkapitän. Bis 1781 übernahm er das Kommando in San Blas, ging 1783 nach Havanna und 1784 nach Cadiz in Spanien.
Sein Nachfolger an der Nordwestküste wurde der jähzornige Esteban José Martínez. Martinez kaperte kurzerhand vier britische Schiffe und brachte die Gefangenen nach San Blas. So glaubte er die britische Konkurrenz ausschalten zu können. William Pitt, der britische Premierminister, setzte Spanien bis an die Grenze des offenen Krieges unter Druck. Erst die Nootka Convention von 1790 entspannte die Situation.
Bodega, der inzwischen wieder in San Blas das Kommando übernommen hatte, segelte 1792 erneut nach Nootka Island, um die kleine Handelskolonie zu übernehmen. Mit diplomatischem Geschick und Freundlichkeit gewann er sämtliche Verhandlungsteilnehmer, seien es Briten, US-Amerikaner oder die beiden Häuptlinge Maquinna und Wickaninnish. Captain Robert Gray, ein amerikanischer Pelzhändler, war so voller Hochachtung, dass er seinen Sohn Robert Don Quadra Gray nannte. Immerhin erreichte er, dass weder Amerikaner noch Briten einen Handelsstützpunkt einrichteten, sondern das Gebiet neutralisiert wurde.
Quadra versuchte eine zweite Handelsstation bei Núñez Gaona (Neah Bay, Washington) einzurichten. Gleichzeitig ließ er die Küste zwischen Alaska und Washington kartographisch erfassen. Bodega verbrachte den Winter 1792–93 im kalifornischen Monterey. Im Frühjahr 1793 kehrte er nach San Blas zurück.
Doch seine Gesundheit war so angeschlagen, dass er sich in Guadalajara erholen musste. Er fiel einer Erhebung in Mexiko-Stadt am 26. März 1794 zum Opfer.
George Vancouver schrieb über ihn: “The well known generosity of my other Spanish friends, will, I trust, pardon the warmth of expression with which I must ever advert to the conduct of Senor Quadra; who, regardless of the difference of opinion that had risen between us in our diplomatic capacities at Nootka, had uniformly maintained toward us a character infinitely beyond the reach of my powers of encomium to describe. His benevolence was not only confined to the common rights of hospitality, but was extended to all occasions, and was exercised in every instance, where His Majesty’s service, combined with my commission, was in the least concerned.”

Nationalhymne der Islamischen Republik Iran

Die aktuelle Nationalhymne der Islamischen Republik Iran (persisch سرود ملی جمهوری اسلامی ایران Sorud-e Melli-ye Dschomhuri-ye Eslami-e Iran [ˈsoɾud ɛ melli je dʒomhuɾi je ɛslɑmi je iɾɑn]) wird seit 1990 verwendet. Die Musik wurde von Hassan Riyahi komponiert, der Text wurde von Saed Bagheri verfasst. Die ersetzt die vormalige Nationalhymne Payandeh Bada Iran, die seit 1980 verwendet worden war.
Vorgänger waren Sorud-e Schahanschahi Iran („Kaiserliche Hymne des Iran“) und nach dem Sturz der Monarchie für eine sehr kurze Zeit von 1979 bis 1980 de facto das Volkslied Ey Iran.
فروغ ديده حق باوران بهمن فر ايمان ماست پيامت ای امام استقلال ازادی نقش جان ماست شهيدان پيچيده در گوش زمان فريادتان پاينده مانی و جاودان جمهوری اسلامی ايران
Aufgestanden am Horizont, die Güte des Ostens im Glanze der Blicke der Rechtgläubigen Anmut des Bahman [damit ist der Imam gemeint], unser Glaube, deine Botschaft, o Imam, Unabhängigkeit und Freiheit, durchdringt unseren Leib und unsre Seele Märtyrer, eure Schreie schellen im Ohr der Zeit: bleib ewig beständig, islamische Republik Iran
sar zad az ofoq mehr-e ḫāvarān forūġ-e dīde-ye ḥaq bāvarān bahman farr-e īmān-e māst payāmat ey emām esteqlāl. āzādi naqš-e ǧān-e māst šahīdān pīčīde dar gūš-e zamān faryād-e tān pāyande manī-o ǧāvedān ǧomhūri-ye eslāmī-ye īrān
sæɾ zæd æz ofoɢ mɛhɾ ɛ xɑvæɾɑn foɾuɢ ɛ didɛ jɛ hæɢ bɑvæɾɑn bæhmæn fæɾɾ ɛ imɑn ɛ mɑst pæjɑmæt ɛj ɛmɑm ɛstɛɢlɑl ɑzɑdi næɢʃ ɛ dʒɑn ɛ mɑst ʃæhidɑn pitʃidɛ dær guʃ ɛ zæmɑn farjɑd ɛ tɑn pɑjændɛ mɑni jo dʒɑvɛdɑn dʒomhuɾi jɛ ɛslɑmi jɛ irɑn
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Nationalhymnen der Staaten von: Afrika | Europa | Nordamerika | Ozeanien | Südamerika
Übersicht aller Nationalhymnen

Dreikönigskirche (Hittisau)

Die Pfarrkirche Hl. Drei Könige ist eine römisch-katholische Kirche in der Gemeinde Hittisau und die drittgrößte Kirche Vorarlbergs.

Im Jahre 1510 wurde eine Filialkirche von Egg aus errichtet, die dem Heiligen Wolfgang geweiht war. Sie wurde 1580 zur Pfarrkirche erhoben, im Jahre 1688 verlängert und auch der Kirchturm erhöht und 1717 umgebaut.
Der Hittisauer Pfarrer Josef Schnell (1780–1838) verfügte in seinem Testament, dass sein Barvermögen für den Neubau einer Kirche verwendet werden darf, wenn innerhalb von fünf Jahren nach seinem Tod mit dem Bau begonnen wird. Im Jahre 1842 begann der Bau der neuen Kirche im klassizistischen Stil unter Baumeister Johann Peter Bilgeri unter tatkräftiger Mithilfe der Hittisauer Bevölkerung, die Sand und Schotter in mühsamer Handarbeit von der Bolgenach auf den Dorfplatz tragen musste. Die Baupläne stammen von Kreisingenieur Martin von Kink, sind jedoch vermutlich ursprünglich vom Hittisauer Heinrich Ladner erstellt worden, der auch eine ähnliche Kirche in Kaltbrunn in der Schweiz plante. Am 27. August 1845 wurde die Dreikönigskirche von Generalvikar Weihbischof Georg Pünster eingeweiht.
Die Kirche wurde 1974/1975 außen und 1980/1981 innen renoviert. Dabei wurde besonders auf die Erhaltung des Bestehenden geachtet, lediglich das Deckengemälde im Chor wurde neu erstellt.
Der Hochaltar und der Kirchturm sind nicht wie sonst bei katholischen Kirchen üblich nach Osten ausgerichtet, sondern den Gelände angepasst nach Süden.
Dem Langhaus mit eingezogenem Chor ist ein hoher Kirchturm mit Zwiebelspitzhelm angestellt. Die reich gegliederte Westseite mit profiliertem Dachgesims und kleinem Dreiecksgiebel trägt eine Uhr, davor ist eine toskanische Säulenvorhalle mit Treppen.
Der Hochaltar zeigt das Altarblatt Hl. Drei Könige, der linke Seitenaltar das Altarbild Hl. Dominikus vor Maria und der rechte Seitenaltar das Altarbild Hl. Aloysius vor dem Gekreuzigten. Alle drei Bilder sind um 1850 vom Maler Josef Bucher geschaffen worden. Der Tabernakel am Hochaltar ist ein Schnitzwerk des Künstlers Christian Moosbrugger nach Plänen von Prof. E. Beckmann.
Das 1980 entstandene Deckengemälde im Chor trägt den Titel Vision eines Vorarlberger Heiligen vor der Hl. Dreifaltigkeit. Es stammt vom Feldkircher Maler Kurt Scheel und stellt die Dreifaltigkeitsvision des Heiligen Bruder Klaus dar.
Die Glasfenster wurden größtenteils von der Hittisauer Bevölkerung gestiftet, sie stammen aus Tirol. Zwischen den Fenstern befinden sich 13 Apostelstatuen, die vom Grödner Künstler Franz Schmalz geschnitzt wurden.
Der Kreuzweg als Holzreliefs um 1950 ist vom Bildhauer und Tischler Christian Moosbrugger.
Das Deckenbild Apotheose Christi im Himmel und Höllendarstellung im Langhaus stammt vom Maler Waldemar Kolmsperger aus München und wurde 1941 geschaffen. In der rechten unteren Ecke – in der Hölle – ist ein Mann mit einem Geldsack zu sehen, er soll vermutlich den damaligen britischen Premierminister Winston Churchill darstellen.
Die Orgel vom Orgelbauer Alois Schönach aus 1868 wurde 1981 restauriert.
47.45759.9595Koordinaten: 47° 27′ 27″ N, 9° 57′ 34″ O

Braunwurz-Wald-Mönch

Braunwurz-Wald-Mönch (Shargacucullia prenanthis)
Der Braunwurz-Wald-Mönch (Shargacucullia prenanthis), auch Goldbrauner Wollkrautmönch genannt, ist ein Schmetterling (Nachtfalter) aus der Familie der Eulenfalter (Noctuidae).

Mit einer Flügelspannweite von 37 bis 43 Millimetern zählen die Falter zu den mittelgroßen Mönchseulenarten. Die Vorderflügel sind von ockerbrauner Grundfärbung. Der Innenrandbereich ist dunkelbraun und erweitert sich in Form einer Stufe Richtung Saum deutlich. Etwa in der Mitte dieses Bereichs befindet sich ein einzelnes, helles, halbmondförmiges Zeichen. Über dem Innenrand ist in der Mitte ein weißliches Feld zu erkennen. Der Saum ist schwach gezackt. Querlinien und Makel sind nicht erkennbar. Der Vorderrand ist breit, dunkelbraun bis rotbraun gefärbt und geht nach innen allmählich in hellere Tönungen über. Die zeichnungslosen Hinterflügel sind von bräunlicher Farbe. An Kopf und Hals ist die für Mönchseulen typische Kapuze zu erkennen, die aus stark nach vorne gerichteten Haaren gebildet wird. Am Hinterleib befinden sich weitere, kürzere Haarschöpfe.
Das Ei ist kugelig, an der Basis jedoch stark abgeflacht und gerippt. Es hat eine kalkweiße Farbe.
Erwachsene Raupen haben eine grüne Färbung, von der sich schmale gelbliche oder weißliche Rücken- Nebenrücken- sowie Seitenlinien abheben. Sie zeigen nicht das bunte und grelle Warnfarbenmuster, das viele andere Mönchseulenraupen auszeichnet und wirken eher unscheinbar.
Die Puppe ist ockergelb gefärbt. Besonders auffällig ist der schaufelförmig ausgehöhlte Kremaster.
Einige ähnliche Arten aus der Vielzahl der „Braunen Mönche“ sind im Folgenden ausgewählt:
Von den vorgenannten Arten unterscheidet sich prenanthis durch folgende Merkmale seiner Vorderflügel:
Zur Bestätigung kann auch noch eine genitalmorphologische Untersuchung zu Rate gezogen werden.
Die Art ist von Südostfrankreich quer über den Alpenraum mit den angrenzenden Mittelgebirgen und weiter östlich bis Rumänien und Bulgarien verbreitet. Außerdem kommt sie in Kleinasien und dem Libanon vor. Im Flachland fehlt sie, da sie ein typischer Bewohner des Berg- und Hügellandes ist. S. prenanthis hat eine allopatrische Schwesterart Shargacucullia armena, die in der Türkei und in Armenien beheimatet ist. Der Braunwurz-Wald-Mönch ist vorwiegend in feuchten Laub-, Misch- und Nadelwäldern anzutreffen, sofern reichliche Bestände von Knotiger Braunwurz (Scrophularia nodosa) vorhanden sind. Er kann zuweilen auch an Plätzen außerhalb von Wäldern gefunden werden, wenn dort die Futterpflanze wächst.
Die Art bildet eine Generation im Jahr, wobei die Hauptflugzeit der nachtaktiven Falter von April bis Juni dauert. Sie erscheinen zuweilen an künstlichen Lichtquellen. Die Weibchen legen die Eier bevorzugt an der Unterseite nicht voll erblühter Blütenknospen ab. Die Raupen ernähren sich von Juni bis August von verschiedenen Braunwurzarten (Scrophularia), insbesondere von Knotiger Braunwurz (Scrophularia nodosa). Sie verpuppen sich im Herbst in einem festen Kokon am Boden, wobei die Puppen gelegentlich zwei Jahre überliegen.
Der Braunwurz-Wald-Mönch ist in den deutschen Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen gesichert nachgewiesen und wird auf der Roten Liste gefährdeter Arten auf der Vorwarnliste geführt.

Hans Fischer (General)

Hans Fischer (* 31. Januar 1895 in Regensburg; † 2. April 1943 in Riga) war ein deutscher Offizier, zuletzt Generalingenieur der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg.
Beförderungen
Fischer trat am 10. August 1914 als Freiwilliger der Bayerischen Armee bei und diente zu Beginn des Ersten Weltkriegs zunächst im I. Ersatz-Bataillon des 7. Infanterie-Regiments „Prinz Leopold“ sowie von September bis November 1914 im 21. Reserve-Infanterie-Regiment. Im Anschluss wechselte er in das Ersatz-Bataillon des 21. Infanterie-Regiments „Großherzog Friedrich Franz IV. von Mecklenburg-Schwerin“ über, wo er bis Mai 1915 verblieb.
Am 13. Mai 1915 begann Fischer eine Flugzeugführerausbildung bei der bayerischen Fliegerersatzabteilung in Schleißheim, die bis Ende Oktober 1916 andauerte. Dieser folgte eine zweimonatige Ausbildung an der Militärfliegerschule 4. Am 20. Dezember 1916 wurde Fischer Flugzeugführer bei der Kampfstaffel 34 sowie ab dem 13. Februar 1917 in gleicher Position der Schutzstaffel 25. Von Ende März 1917 bis zum 8. Oktober 1917 diente er wieder bei der bayerischen Fliegerersatz-Abteilung Schleißheim und wurde ab Oktober 1917 zurück in den Bodenkampf versetzt, wo er bei der Ersatz-Abteilung des 21. Infanterie-Regiments „Großherzog Friedrich Franz IV. von Mecklenburg-Schwerin“ zum Einsatz kam. Ende Oktober 1917 stieg er zum Offiziersaspiranten, Zugführer sowie stellvertretenden Kompanieführer auf, wobei er zugleich stellvertretender Adjutant des III. Bataillons war und beim Stab des 28. Infanterie-Regiments diente. Diese Position hatte Fischer bis zum 21. Januar 1919 inne. Anschließend schied er infolge der Demobilisierung aus dem Militärdienst aus und kehrte in das Zivilleben zurück.
Dort war Fischer vom 1. Mai 1927 bis zum 31. Oktober 1933 Technischer Leiter an der Deutschen Verkehrsfliegerschule in List und Staaken.
Zum 1. November 1933 trat Fischer der im geheimen Aufbau begriffenen Luftwaffe bei und agierte bis Ende Februar 1934 als Referent bei der Inspektion der Fliegerschulen im Reichsluftfahrtministerium. Vom 1. März 1934 bis Ende Februar 1935 war Fischer Technischer Leiter des Fliegerhorstes Celle. Danach diente er von März 1935 bis Mitte September 1938 als 1. Referent bei der Inspektion der Seeflieger in Kiel sowie im Anschluss vom 15. September bis Ende Juli 1939 als Chef-Ingenieur beim Luftgaukommando VI (See). Zum 1. August 1939 kehrte Fischer wieder nach Berlin zurück und agierte dort bis zum 9. Februar 1940 als Luftgauingenieur III sowie vom 10. Februar 1940 bis zum 30. November 1941 als Luftgauingenieur XI in Hamburg. Zum 1. Dezember 1941 wurde Fischer Chefingenieur beim Luftflottenkommando 1 und hatte diesen Posten bis zum 2. April 1943 inne, als er bei einem Flugzeugabsturz nahe Riga ums leben kam. Zuvor war er am 1. April 1942 zum Generalingenieur ernannt worden.

Axel Fischer (Politiker)

Axel Eduard Fischer (* 5. Mai 1966 in Karlsruhe) ist ein deutscher Politiker (CDU).

Nach der Mittleren Reife 1983 an der Berufsfachschule für Elektrotechnik in Karlsruhe absolvierte Axel Fischer bis 1985 eine Lehre zum Elektroinstallateur, die er mit dem Gesellenbrief abschloss. Anschließend besuchte er die Technische Oberschule Karlsruhe, wo er 1987 die fachgebundene Hochschulreife erwarb. Danach leistete er bis 1989 als Soldat auf Zeit seinen Wehrdienst ab und durchlief auch die Ausbildung zum Reserveoffizier. 1989 begann Fischer ein Studium des Maschinenbaus an der Universität Karlsruhe, welches er 1995 als Diplom-Ingenieur beendete. Danach war er bis 1998 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Arbeitswissenschaft und Betriebsorganisation (ifab) der Universität Karlsruhe tätig.
Axel Fischer ist evangelisch und zum zweiten Mal verheiratet. Er hat sechs Kinder. Sein Vater ist Werner Fischer.
Axel Fischer gehörte von 1992 bis 1993 dem Landesvorstand der Jungen Union in Baden-Württemberg an und ist seit 1993 Mitglied des CDU-Bezirksvorstandes Nordbaden. Von 1989 bis 1995 war er Geschäftsführer der Jungen Union Nordbadens. Am 1. Dezember 2008 wurde er beim Bundesparteitag in Stuttgart in den Bundesvorstand gewählt.
Seit 1998 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages.
Axel Fischer ist 1998 über die Landesliste Baden-Württemberg und danach stets als direkt gewählter Abgeordneter des Bundestagswahlkreises Karlsruhe-Land in den Bundestag eingezogen. Bei der Bundestagswahl 2005 erreichte er hier 48,3 %, bei der Bundestagswahl 2009 45,2 % und bei der Bundestagswahl 2013 53,3 % der Erststimmen.
Fischer ist seit 2009 Mitglied des Haushaltsausschusses, Berichterstatter der CDU/CSU für den Etat Arbeit und Soziales und Mitglied des Fraktionsvorstandes der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Außerdem ist er stellvertretendes Mitglied des Auswärtigen Ausschusses und des Ausschusses für Angelegenheiten der Europäischen Union.
Seit Januar 2006 ist Fischer Mitglied der Deutschen Delegation für die Parlamentarische Versammlung des Europarates und war bis zu ihrer Auflösung auch Mitglied der Parlamentarischen Versammlung der Westeuropäischen Union (siehe Europa).
Zudem ist Axel E. Fischer Vorsitzender des Sondergremiums gemäß § 3 Absatz 3 des Stabilisierungsmechanismusgesetzes. Darüber hinaus ist Axel E. Fischer Mitglied der Deutschen Delegation in der Interparlamentarischen Union (IPU). Delegationsleiter ist der Bundestagspräsident Norbert Lammert. Neben Fischer und Lammert sind für die CDU/CSU-Bundestagsfraktion noch Karin Maag und Alexander Radwan in dieser Delegation.
Fischer leitete von Mai 2010 bis April 2013 die Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ des Bundestages.
Fischer war Mitglied der Deutschen Delegation zur parlamentarischen Versammlung der WEU und dort jahrelang Vorsitzender des Ausschusses für Luft- und Raumfahrt und Technologie (Axel Fischer MoP, Chairman of the Technological and Aerospace Committee, European Security and Defence Assembly/WEU Assembly, Paris). In dieser Funktion war er Mitglied des Präsidiums der WEU. Besondere Verdienste erwarb er sich mit seinem Bericht zu Gepanzerten Fahrzeugen, der international sehr gelobt wurde. Nach Auflösung der parlamentarischen Versammlung der Westeuropäischen Union war Fischer Gründungsmitglied der European Security and Defense Association (ESDA) mit Sitz in Paris und ist bis heute deren Vizepräsident.
Fischer ist seit Januar 2014 Leiter der deutschen Delegation der parlamentarischen Versammlung des Europarates und Sprecher der CDU/CSU. Zudem ist er Vizepräsident der Versammlung und stellvertretender Vorsitzender der EVP-Fraktion.
Axel Fischer ist seit September 2012 Präsident der Weltliga für Freiheit und Demokratie in Deutschland. Er setzt sich seit vielen Jahren für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte ein und ist ein Unterstützer dieser Werte auch im Europarat. Als Vorsitzender des Unterausschusses für den Europapreis bei der parlamentarischen Versammlung des Europarates koordiniert Fischer seit vielen Jahren die Vergabe dieses Preises.
Seit Mai 2015 ist Axel E. Fischer zudem Präsident des European Council for World Freedom (https://www.facebook.com/pages/European-Council-for-World-Freedom/1583957721855480).
Anfang 2009 erklärte Fischer gegenüber der Bild am Sonntag, nach den Entscheidungen in Schweden, Finnland, Frankreich und Großbritannien müsse man in der Zukunft auch in Deutschland über Neubauten von Kernkraftwerken nachdenken.
Mitte November 2010 forderte Fischer in einem Zeitungsinterview und auf seiner persönlichen Facebook-Seite ein „Vermummungsverbot“, also eine „Pflicht zur Klarnamen-Nennung im Internet“ in ausnahmslos allen Internet-Foren, im Gegenzug müsse ein „Radiergummi“ entwickelt werden, mit dem man Inhalte aus dem Internet löschen könne. Seine Forderung führte im Internet, vor allem über den Mikrobloggingdienst Twitter zu einer großen Anzahl hämischer Erwiderungen.
Um Griechenland wirtschaftlich zu stützen, hat Fischer, gemeinsam mit seinem Kollegen Rüdiger Kruse, über die BILD die Idee eingebracht, deutschen Urlaubern bei einem Griechenlandurlaub bis zu 500 € zu erstatten.

Verstummte Stimmen

Verstummte Stimmen – Die Vertreibung der „Juden“ aus der Oper 1933 bis 1945 ist ein Ausstellungsprojekt des Historikers Hannes Heer, des Musikkritikers Jürgen Kesting und des Designers Peter Schmidt. Die Ausstellung erinnert seit 2006 an die Opfer der NS-Rassenpolitik in deutschen und österreichischen Opernhäusern. Sie besteht aus einem überregionalen Teil und einem lokalen Teil. Der überregionale Teil erzählt das Schicksal von 44 prominenten Komponisten, Dirigenten, Regisseuren und Sängern, die Opfer der rassistischen Musikpolitik des Nationalsozialismus wurden. Im lokalen Teil wird die Geschichte der Vertreibung aus dem jeweiligen Opernhaus rekonstruiert.
Nach Stationen in Hamburg (Staatsoper und Axel Springer Galerie), Berlin (Staatsoper Unter den Linden und Centrum Judaicum) und Stuttgart (Württembergische Staatsoper und Haus der Geschichte Baden-Württemberg) wurde die Ausstellung 2009 auch in Darmstadt am Staatstheater, im Hessischen Staatsarchiv sowie in der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule gezeigt. Zwischen 15. Mai und 10. Juli 2011 war die Ausstellung in Dresden in der Semperoper zu sehen. Von Juni bis Oktober 2012 war ein Teil der Ausstellung in Bayreuth im Rathaus zu sehen. Der gleichzeitig im Park beim Festspielhaus in Bayreuth aufgebaute Ausstellungsteil ist dort verblieben.

Im größeren, überregionalen Teil der Ausstellung werden 44 Biografien prominenter Verfolgter vorgestellt, darunter die Komponisten Arnold Schönberg, Kurt Weill, Viktor Ullmann, die Dirigenten Fritz Busch, Otto Klemperer, Bruno Walter, die Sänger Gitta Alpár, Vera Schwarz, Delia Reinhardt, Lydia Kindermann, Richard Tauber, Joseph Schmidt, Friedrich Schorr und Emanuel List. Vier „Hörtürme“ mit Musikproben der Künstler liefern Töne zum zeitgeschichtlichen Überblick.
Es wird auch in die Zeit nach 1945 geblickt. Denn zu diesem Zeitpunkt kam nicht die Stunde von Gustav Hartung und Carl Ebert, von Joseph Rosenstock und Otto Klemperer, sondern die deutsche Kulturpolitik bot Gustaf Gründgens und Gustav Rudolf Sellner, Karl Böhm und Herbert von Karajan die Chance für erneuerte Karrieren.
In Hamburg, Berlin und Stuttgart beträgt der Anteil der entlassenen, ins Exil getriebenen oder ins Konzentrationslager deportierten Beschäftigten etwa fünf Prozent. In Darmstadt sind es mehr als 15 Prozent der Beschäftigten gewesen, hinzu kommen hier noch elf Fälle, die zur Zeit ungeklärt sind.
Als Sabine Kalter, ein Liebling des Hamburger Opernpublikums, zu ihrer ersten großen Arie als Lady Macbeth ansetzte, begannen abkommandierte SA-Randalierer in Braunhemden zu pöbeln. Das Publikum jedoch übertönte die Störer – es gab Ovationen für die Sängerin, die 1915 hierher verpflichtet worden war und sich als Wagner- und Strauss-Interpretin einen Namen gemacht hatte.
Außer ihr wurden hier weitere 24 Mitglieder der Hamburgischen Staatsoper wegen ihrer jüdischen Abstammung verfolgt. Es waren sieben Solisten, drei Kapellmeister, sechs Choristen, zwei Musiker, vier Theaterärzte, ein Dramaturg, ein Regisseur und der Leiter der Werkstätten betroffen.
Die Ausstellung in Stuttgart rekonstruierte unter anderem die politisch bedingten Entlassungen des Generalintendanten Albert Kehm und des Verwaltungsdirektors Otto Paul sowie die rassistisch motivierte Vertreibung des Regisseurs Harry Stangenberg und des Baritons Hermann Weil, von Ernestine Färber-Strasser, Hermann Horner und Reinhold Fritz, der Chormitglieder Max Heinemann, Leon Aschil, Elsa Reder und Erna Both und der Chortänzerin Suse Rosen. Außerdem beleuchtet wird das Schicksal des Orchestermusikers Julius Brauer, des Korrepetitors Fritz Rothschild sowie der verfolgten Schauspieler Eva Heymann, Ernst Waldow und Fritz Wisten.
Gleichzeitig wird auch das Verhängnis Musikschaffender wie Paul Hindemith, Ernst Krenek oder Lotte Lehmann beleuchtet, die aufgrund ihrer politischen oder künstlerischen Haltung vertrieben wurden oder sich für das Exil entschieden haben / sich dafür überhaupt entscheiden konnten.
In Darmstadt zeigte die Ausstellung im Jahr 2009 wie die Nazis das Darmstädter Landestheater in ihrem Sinne „säuberten“. Der Intentdant, dreißig Musiker, Dramaturgen, Schauspieler, Bühnenbildner, Souffleure und 29 Beschäftigte des technischen Personals wurden dort Opfer eines „Bereinigungsausschusses“. Darmstadts Oberbürgermeister Walter Hoffmann sprach bei der Ausstellungseröffnung von einer „beispiellosen Säuberungswelle“ und führte diese auf die „großen Namen“ zurück, die in den 1920er und Anfang der 1930er Jahre in Darmstadt das Bühnenprogramm bestimmten. Es kam zu Protesten durch Nationalsozialisten und gewalttätigen Störungen, zu Pressekampagnen und Debatten im Landtag, bei denen die deutschnationalen Parteien immer öfter dem Theateretat ihre Zustimmung verweigerten. Am 12. März 1933 verhinderte ein SA-Trupp mit der Blockade der Eingänge des Kleinen Hauses die Theatervorstellung von Ferdinand Bruckners Drama Die Marquise von O. Zu den ersten Opfern der neuen Machthaber wurde der Dirigent Hermann Adler und der bei ihnen verhasste Intendant Gustav Hartung: der für untragbar erklärte Theaterleiter trat am 14. März 1933 zurück und musste in die Schweiz flüchten.
Die Bayreuther Version war zweigeteilt: ein Teil war im Neuen Rathaus zu sehen, der zweite Teil mit dem Titel Verstummte Stimmen. Die Bayreuther Festspiele und die Juden 1876–1945 ist im Richard-Wagner-Park auf dem Grünen Hügel unterhalb des Festspielhauses aufgebaut. Dort wird an Sänger und Musiker des Orchesters und Mitglieder des Festspielchores erinnert, die in Bayreuth mitwirkten und später aus unterschiedlichen Gründen – meist ihrer jüdischen Herkunft wegen – nicht mehr auftreten durften. Die Ausstellungen wurden am 22. Juli 2012 eröffnet. Der Ausstellungsteil im Rathaus war bis zum 14. Oktober 2012 zu sehen, der Teil am Grünen Hügel bleibt dauerhaft.
Die Ausstellung richtet sich auch an Schüler ab der 11. Klasse, besonders wird an Schüler mit den Leistungsfächern Geschichte oder Musik gedacht. Es gibt die Möglichkeit einer Ausstellungsführung durch geschultes Personal. Für die Vorbereitung des Ausstellungsbesuches können Unterrichtsmaterialien als PDF-Datei im Web heruntergeladen werden. Zusätzlich sind Informationen und Literaturhinweise zum Thema Swing-Jugend verfügbar.