Dreikönigskirche (Hittisau)

Die Pfarrkirche Hl. Drei Könige ist eine römisch-katholische Kirche in der Gemeinde Hittisau und die drittgrößte Kirche Vorarlbergs.

Im Jahre 1510 wurde eine Filialkirche von Egg aus errichtet, die dem Heiligen Wolfgang geweiht war. Sie wurde 1580 zur Pfarrkirche erhoben, im Jahre 1688 verlängert und auch der Kirchturm erhöht und 1717 umgebaut.
Der Hittisauer Pfarrer Josef Schnell (1780–1838) verfügte in seinem Testament, dass sein Barvermögen für den Neubau einer Kirche verwendet werden darf, wenn innerhalb von fünf Jahren nach seinem Tod mit dem Bau begonnen wird. Im Jahre 1842 begann der Bau der neuen Kirche im klassizistischen Stil unter Baumeister Johann Peter Bilgeri unter tatkräftiger Mithilfe der Hittisauer Bevölkerung, die Sand und Schotter in mühsamer Handarbeit von der Bolgenach auf den Dorfplatz tragen musste. Die Baupläne stammen von Kreisingenieur Martin von Kink, sind jedoch vermutlich ursprünglich vom Hittisauer Heinrich Ladner erstellt worden, der auch eine ähnliche Kirche in Kaltbrunn in der Schweiz plante. Am 27. August 1845 wurde die Dreikönigskirche von Generalvikar Weihbischof Georg Pünster eingeweiht.
Die Kirche wurde 1974/1975 außen und 1980/1981 innen renoviert. Dabei wurde besonders auf die Erhaltung des Bestehenden geachtet, lediglich das Deckengemälde im Chor wurde neu erstellt.
Der Hochaltar und der Kirchturm sind nicht wie sonst bei katholischen Kirchen üblich nach Osten ausgerichtet, sondern den Gelände angepasst nach Süden.
Dem Langhaus mit eingezogenem Chor ist ein hoher Kirchturm mit Zwiebelspitzhelm angestellt. Die reich gegliederte Westseite mit profiliertem Dachgesims und kleinem Dreiecksgiebel trägt eine Uhr, davor ist eine toskanische Säulenvorhalle mit Treppen.
Der Hochaltar zeigt das Altarblatt Hl. Drei Könige, der linke Seitenaltar das Altarbild Hl. Dominikus vor Maria und der rechte Seitenaltar das Altarbild Hl. Aloysius vor dem Gekreuzigten. Alle drei Bilder sind um 1850 vom Maler Josef Bucher geschaffen worden. Der Tabernakel am Hochaltar ist ein Schnitzwerk des Künstlers Christian Moosbrugger nach Plänen von Prof. E. Beckmann.
Das 1980 entstandene Deckengemälde im Chor trägt den Titel Vision eines Vorarlberger Heiligen vor der Hl. Dreifaltigkeit. Es stammt vom Feldkircher Maler Kurt Scheel und stellt die Dreifaltigkeitsvision des Heiligen Bruder Klaus dar.
Die Glasfenster wurden größtenteils von der Hittisauer Bevölkerung gestiftet, sie stammen aus Tirol. Zwischen den Fenstern befinden sich 13 Apostelstatuen, die vom Grödner Künstler Franz Schmalz geschnitzt wurden.
Der Kreuzweg als Holzreliefs um 1950 ist vom Bildhauer und Tischler Christian Moosbrugger.
Das Deckenbild Apotheose Christi im Himmel und Höllendarstellung im Langhaus stammt vom Maler Waldemar Kolmsperger aus München und wurde 1941 geschaffen. In der rechten unteren Ecke – in der Hölle – ist ein Mann mit einem Geldsack zu sehen, er soll vermutlich den damaligen britischen Premierminister Winston Churchill darstellen.
Die Orgel vom Orgelbauer Alois Schönach aus 1868 wurde 1981 restauriert.
47.45759.9595Koordinaten: 47° 27′ 27″ N, 9° 57′ 34″ O