Riesenberg (Adelsgeschlecht)

Die Herren von Riesenberg (tschechisch z Ryzmberka, bzw. z Riesenberka), waren ein bedeutendes katholisches Adelsgeschlecht in Böhmen.

Den Beinamen erhielten sie durch das Eigentum der Burg Riesenberg bei Neugedein. Den Hauptzweig bildeten die Herren Schwihau von Riesenberg, von denen sich später die Herren von Dolan und Puta abspalteten.
Während der Hussitenkriege kämpften Wilhelm von Riesenberg und Johann von Rabí an der Seite des katholischen Adels und des Königs Sigismund. Dafür wurde Wilhelm mit der Mitgliedschaft im katholischen Pilsner Landfried belohnt. Riesenberger unternahmen immer wieder Beutezüge gegen die mit den Hussiten sympathisierenden Herren von Klattau (z Klatova). 1424 vergalten die Hussiten unter Führung des Hauptmanns Johann Bzdinka und Bohuslav von Schwanberg die Angriffe der Riesenberger und überfielen mit 8000 Mann und 1000 Reitern die Feste von Schwihau. Nach der Schlacht am Weißen Berg wurde den Riesenbergern das Vermögen wieder zurückgegeben. Die Riesenberger bemächtigten sich weiterer Ländereien und Höfe, darunter Burg Rabí, Fels (Skála), Riesenberg (Rýzmberk) und eine Zeit lang auch Karlsberg mit dem Recht, Gold zu schürfen. Weiter gehörten ihnen Raudnitz und das Fürstentum Kozel in Mährisch Schlesien. Neben den Rosenbergern und Pernsteinern zählten sie zu den reichsten Adelsfamilien Böhmens.
In der Schlacht von Lipan schloss sich Johann von Schwihan wiederum den katholischen Heeren an.
(tschechisch z Výrova, Mehrzahl Výrkové,später Úsilovští)
Die Drslavici ließen sich am Handelsweg von Bayern nach Pilsen nieder und erbauten hier im 13. Jahrhundert, zu einem Zeitpunkt als Přemysl Ottokar II. Krieg gegen die Bayern führte, die Burg Riesenberg. Dieser Ahnenast hatte sich insgesamt etwa 90 mal weiterverzweigt. Aus ihm entstanden später die Adelsfamilien von Riesenberg, später die von Schwihau und Riesenberg. Alle Familien verband ein gleiches Wappen: Zweigeteiltes Schild, dessen linke Hälfte drei waagrechte Balken teilen. Ende des 12. Jahrhunderts übten drei Brüder Černín, Břetislav und Drslav hohe Ämter am königlichen Hof aus. Für Ihre Dienste erhielten sie von Přemysl Ottokar I. umfangreiche Lehen im Südwesten Böhmens.
(tschechisch Švihovský z Rýzmberka)

Suzhou River

Suzhou River ist ein Film von Lou Ye aus dem Jahr 2000 über eine tragische Liebesgeschichte, die in Shanghai spielt.
Der zweite Film des Drehbuchautors und Regisseurs Lou Ye spielt in den wüsten industriellen und sozialen Landschaften in den Randbezirken Shanghais. Der verschmutzte Suzhou-Fluss ist eines der zentralen Motive des Films.
Der Film wird aus der Perspektive eines Mannes erzählt, der fast ständig seine Videokamera bei sich hat und filmt. Er selbst tritt aber niemals in Erscheinung. Dieser erinnert sich an die ihm widerfahrene Geschichte und teilweise wird der Film mit seinen Aufnahmen dargestellt.
Die Geschichte erzählt von Mardar der sich als Motorrad-Kurier und Mitglied einer Bande Kleinkrimineller durchs Leben schlägt. Einer seiner Kunden als Kurier ist der Vater von Moudan, ein Geschäftsmann der Mardar bezahlt, damit er seine Tochter chauffiert. Mardar und Moudan freunden sich an und eine Liebe bahnt sich an, doch als Mardar im Auftrag seiner Bande Moudan entführt, um Lösegeld zu erpressen, versucht sie anschließend enttäuscht Selbstmord zu begehen, indem sie von einer Brücke in den Suzhou springt. Aber ihre Leiche wird nicht gefunden und daher meint Mardar später in Meimei, der Freundin des Erzählers, seine Moudan wiederzuerkennen. Meimei jedoch verneint Moudan zu sein, was Mardar nicht davon abhält, sie regelmäßig zu besuchen und ihr die Geschichte von Mardar und Moudan zu erzählen, von der sich auch Meimei fasziniert zeigt. Der Film schließt damit, dass der Erzähler und Meimei, da man ihre Adresse gefunden habe, zu einem Unfallort gerufen werden, an dem Mardar und die wahre Moudan verunglückt sind, kurz nachdem die beiden wieder zusammengefunden haben.
Indem er seine Geschichte auf Zufallsbegegnungen und ineinander verschlungene Lebenswege aufbaut, nimmt Lou sichtbare Anleihen aus Wong Kai-Wais Chungking Express. Augenfällig sind auch die springenden Schnitte und die agile Handkameraführung von Wang Yu. Die Mischung aus beobachtendem Realismus und üppigem Romantizismus verdeutlicht die Szene, in der der Erzähler die Erklärung der einheimischen Menschen für das Verschwinden Moudans beschreibt, man sieht sie als Meerjungfrau, getaucht in goldfarbenes Licht, die Schwanzflosse ins trübe Flusswasser gesunken. Die Figur der Meerjungfrau, die nicht Bestandteil der chinesischen Überlieferung ist, ist typisch für den globalisierten Geist vieler seiner modernen chinesischen Zeitgenossen.

Susanne Thurn

Susanne Thurn (* 1947) ist eine deutsche Geschichtsdidaktikerin. Sie ist Lehrerin, Professorin und war von 1990 bis 2013 Leiterin der Laborschule Bielefeld an der Universität Bielefeld.
Sie studierte in Bonn (u.a.) bei der Historikerin und Didaktikerin Annette Kuhn. Nach dem I. Staatsexamen 1971 und Tätigkeiten in wissenschaftlichen Aufgaben begann Thurn 1978 an der Laborschule, die unter Hartmut von Hentig als Reformschule hervorgetreten ist, als Lehrerin zu unterrichten. 1990 bis 2013 war sie die Leiterin der Schule. 1991 promovierte sie an der Universität Osnabrück mit der Dissertation „… und was hat das mit mir zu tun?“ Geschichtsdidaktische Positionen. Betreuer der Arbeit war der Historiker Hans-Jürgen Pandel. Seit 2003 war sie Honorarprofessorin an der Universität Halle-Wittenberg. Sie publizierte mehrere Unterrichtsvorschläge und geschichtsdidaktische Artikel sowie Sachkinderbücher. Dem traditionellen Geschichtsunterricht steht sie ablehnend gegenüber, weil weder die Inhalte noch die Methoden kindgemäß seien. Sie setzt sich besonders für die Alltagsgeschichte ein.
Sie hat nach Vorarbeiten in den 1970er Jahren 2003 den Briefwechsel zwischen Karl Kautsky und Eduard Bernstein mitherausgegeben.
Susanne Thurn war verheiratet mit dem Geschichtsdidaktiker Klaus Bergmann.

Aziz Zakari

Aziz Zakari (als Abdul Aziz Zakari; * 8. Juni 1976 in Accra) ist ein ghanaischer Leichtathlet, der sich auf den 100-Meter-Lauf spezialisiert hat.
2002 wurde er Afrikameister über 100 und 200 Meter. Er kam bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2001 in Edmonton zum ersten Mal in ein großes Meisterschaftsfinale und wurde Achter. Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen qualifizierte er sich ebenfalls fürs Finale, beendete den Lauf jedoch nicht. Ein Jahr später qualifizierte er sich erneut für das Finale bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2005 in Helsinki und wurde wie in Edmonton Achter. Seine persönliche Bestleistung stellte er 14. Juni 2005 beim Grand Prix Meeting in Athen mit 9,99 s auf. 2006 stand er in der Weltrangliste auf Platz drei hinter Justin Gatlin und Asafa Powell, als er am 29. April nach einem Leichtathletik-Meeting in Dakar positiv auf Stanozolol getestet wurde. Am 22. September 2006 gab der Internationale Leichtathletikverband IAAF eine 2-jährige Dopingsperre bekannt, die am 8. Juni 2008 endete.
Aziz Zakari hat bei einer Größe von 1,77 m ein Wettkampfgewicht von 73 kg.

René Carpentier

René Lucien Carpentier (* 2. August 1928 in Sangatte, Département Pas-de-Calais; † 9. Mai 1997 in Trith-Saint-Léger) war ein französischer Politiker (FKP). Er war Abgeordneter der Nationalversammlung und Bürgermeister von Trith-Saint-Léger.

Carpentier, Sohn einer Arbeiterfamilie, ließ sich nach dem Krieg 1945 in Trith-Saint-Léger, in der Gegend von Valenciennes, nieder. Er begann als Walzwerkarbeiter bei der Société metallurgique de l’Escaut. 1953 traf ihn ein glühender Stahlspritzer am Auge und verletzte ihn so sehr, dass er fortan im Büro beschäftigt war. Als Mitglied der Gewerkschaft CGT wurde er 1959 in den Gemeinderat von Trith-Saint-Léger gewählt. 1961 trat er der Französischen Kommunistischen Partei (FKP) bei. 1966 wurde er Mitglied des Komitees des Départementverbandes Nord der FKP. Ab 1965 fungierte er als Erster Beigeordneter des Bürgermeisters von Trith-Saint-Léger. Carpentier war von August 1967 bis 1988 Mitglied des Generalrates des Départements Nord für den Kanton Valenciennes-Sud. Von 1971 bis 1996 hatte er das Amt des Bürgermeisters von Trith-Saint-Léger inne und war Vorsitzender des Interkommunalen Zweckverbändes (SIVOM) von Trith und 15 Nachbarkommunen.
Von September 1990 bis zu seinem Tode im Mai 1997 war Carpentier Abgeordneter der Nationalversammlung für den Wahlkreis 19 des Départements Nord. Carpentier war 1990 für den verstorbenen Gustave Ansart nachgerückt und wurde 1993 erneut zum Abgeordneten gewählt.
Carpentier erlag im Alter von 69 Jahren einer Krebserkrankung.
Nach ihm ist das Théâtre des Forges „René Carpentier“ in Trith-Saint-Léger benannt. In Rouvignies erhielt die Salle René Carpentier, die Vereinen zur Verfügung steht, sowie in Haveluy die rue René Carpentier seinen Namen.

Panzerkampfwagen E-75

Der Panzerkampfwagen E-75 war ein deutsches Projekt für einen Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg. Er gehörte zur E-Serie, mit der im Deutschen Reich ab etwa 1942 versucht wurde, die bisherigen Panzertypen zu ersetzen.

Etwa 1942 begannen die Entwicklungen der E-Reihe, um die bis dato vorhandenen Panzerkampfwagen Panzer III und Panzer IV und die größeren Panther und Tiger zu ersetzen. Vom 5-t-Waffenträger bis zum 140 t schweren E-100 sollten diese Projekte reichen. Baugruppen sollten vereinfacht und auf mehrere Typen angewendet werden; eine Gleichteilestrategie sollte Kosten senken und die Wartungsfreundlichkeit erhöhen.
Es war geplant, den etwa 75 t schweren Panzer (daher der Name E-75) etwas oberhalb des E-50 zu positionieren und mit der aus dem Jagdtiger bekannten 128-mm-Kanone (mit geändertem Rohr) auszurüsten. Die Abmessungen sollten bei schwererer Bewaffnung und Panzerung auf dem Niveau des E-50 liegen.
Genau wie im E-50 sollte der E-75 von einem 900 PS starken Motor vom Typ Maybach HL 234 angetrieben werden. Dieser war eine Weiterentwicklung des im Panther verwendeten HL 230, jedoch mit Benzineinspritzung. Mit diesem Triebwerk sollte eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 40–45 km/h auf der Straße möglich sein.
Als Ersatz für den Jagdtiger war auf dem gleichen Fahrgestell das StuG-75 vorgesehen. Bei einem Gewicht von etwa 85 t und schwerer Panzerung sollte dieser Kampfwagen mit einer 150-mm-Kanone bewaffnet sein.

Kennzeichen D (Fernsehen)

Kennzeichen D war eine 45-minütige politische Fernsehsendung des ZDF, die erstmals am 9. September 1971 ausgestrahlt wurde. Im Gegensatz zum unmittelbaren Vorgängerformat drüben berichtete sie nicht nur über die DDR, sondern griff Themen aus beiden deutschen Teilstaaten sowie gesamtdeutsche Fragen auf. Sie sollte Interesse und Verständnis für das Leben im jeweils anderen Deutschland wecken und ein möglichst realistisches Bild des Alltags auf beiden Seiten der innerdeutschen Grenze vermitteln.

Idee und Konzeption der Sendereihe wurden von Hanns Werner Schwarze entwickelt, der die Folgen von der Erstsendung bis 1982 moderierte und die Redaktion leitete. Er war gleichzeitig Leiter des ZDF-Studios Berlin.
„Nachbarn kann nur kritisieren, wer selbstkritisch bei sich anfängt.“
In der Premierensendung ließ Schwarze den Kabarettisten Hanns-Dieter Hüsch ein Chanson singen, in dem dieser jedermann recht gibt, zum Schluss einen Telefonhörer abhebt und ein imaginäres Gespräch mit den Worten abschließt: „Jawohl, Herr Intendant, Sie haben auch recht.“
Beide deutsche Staaten verwendeten zu Sendebeginn das Kraftfahrzeug-Nationalitätszeichen „D“ für Deutschland, auch „D-Schild“ genannt, oder „Kennzeichen D“. Die Deutsche Demokratische Republik führte ab dem 1. Januar 1974 jedoch als Nationalitätskennzeichen „DDR“ ein.
Beim Start dieser Sendereihe wurde Ruck Zuck von der deutschen Elektronikband Kraftwerk als Titelmusik gewählt. Insbesondere der stakkatoartige elektronische Klang der Musik und der mechanisierte Druckherstellungsprozess von Nationalitätskennzeichenaufklebern ergaben einen für die damalige Zeit eindrucksvollen Vor-/Abspann. Im weiteren Verlauf der Sendereihe wurde im Prozess von Relauncharbeiten Waiting der Band Santana als Titelmusik ausgewählt.
Die Sendereihe startete parallel zur von Bundeskanzler Willy Brandt propagierten Entspannungspolitik bzw. neuen Ostpolitik und unterstützte diese, während der mediale Gegenpart ZDF-Magazin mit Gerhard Löwenthal diese im eigenen Haus konterkarierte.
Nach Gründer Hanns Werner Schwarze (1971–1982) war Joachim Jauer Leiter und Moderator der Sendung (1982–1984). Nach ihm übernahm Dirk Sager (1984–1990), der wiederum von Joachim Jauer abgelöst wurde (1990–1995). Auf diesen folgte Olaf Buhl (1995–2001). Zu den weiteren Moderatoren zählten Klaus-Henning Arfert, Dietmar Barsig, Ernst Elitz, Thomas Euting, Thomas Fuhrmann, Hans-Dieter Jaene, Harald Jung, Johann Michael Möller, Lea Rosh, Giselher Suhr, Gustav Trampe und Ralf Zimmermann von Siefart.
Trotz erheblichen Protests seitens der Redaktion und von Prominenten wie zum Beispiel Bundestagspräsident Wolfgang Thierse wurde Kennzeichen D letztmals am 14. März 2001 ausgestrahlt.

Der Sieg des Herzens (1915)

Der Sieg des Herzens ist ein 1914 gedrehtes deutsches Stummfilmdrama unter der Regie von Curt A. Stark mit Henny Porten in der Hauptrolle.

Konsul von Erlenkamp will erneut heiraten. Bei seiner zweiten Frau handelt es sich um die sehr viel jüngere Ina. Aus diesem Anlass kehrt seine Tochter Ruth aus ihrer Pension ins väterliche Haus zurück, um ihre Stiefmutter kennenzulernen. Anlässlich eines gesellschaftlichen Beisammenseins lernt Ruth den Sekretär ihres Vaters, Felix Rudolf, kennen, der rasch ein Auge auf Ruth wirft. Auch Ruth entwickelt Interesse an dem jungen Mann, kommt damit aber wiederum Ina in die Quere, die sich Felix bislang als ihren Liebhaber gehalten hat. Ina macht Felix wegen seiner Nähe zu Ruth eine Szene. Um sie zu beruhigen, versucht Felix Ina mit Zärtlichkeiten zu überhäufen. In diesem Moment betritt Ruth das Zimmer und weicht, angesichts dessen, was sie hier sieht, vor Scham und Verwunderung gleich wieder zurück. Zu allem Unglück betritt auch noch Konsul Erlenkamp den Raum und wird ebenfalls Zeuge dessen, was auch Ruth schon sehen musste.
Ina versucht die peinliche Situation zu retten, indem sie behauptet, dass es sich bei der verfänglichen Szene um ein großes Missverständnis handele. Sie habe lediglich Felix darin bestärkt, sich um Ruths Hand zu bewerben. Um die nun angeschlagene Ehre ihres düpierten Vaters zu retten, gibt Ruth stillschweigend ihr Einverständnis zu dieser verlogenen Erklärung Inas und ist bereit, Felix Rudolf zu heiraten. Kaum verheiratet, macht Ruth ihrem Gatten klar, dass man nur nach außen hin, also pro forma, Mann und Frau spielen werde; zu groß ist ihre Enttäuschung über Felix‘ Verhalten. Doch der junge Mann beginnt für seine Gattin tiefe Gefühle zu entwickeln, darüber hinaus wird seine Eifersucht geweckt, als seine Frau Ruth einen Brief und einen Blumenstrauß ihres alten Jugendfreundes Helmuth erhält, der soeben aus Indien zurückgekehrt ist.
Felix’ Eifersuchtsanfall geht so weit, dass er mit Helmuth im Club einen Streit vom Zaun bricht und ihn anschließend zum Duell herausfordert. Im Morgengrauen, als er sich zum Duell aufmacht, schreibt er seiner Frau einen Abschiedsbrief und drückt der Schlafenden einen Kuss auf die Lippen. Ruth wird dadurch wach und liest den Brief ihres Gatten. Mit großer Sorge wartet sie auf Felix’ Rückkehr, und tatsächlich kehrt er, leicht verwundet, ins eheliche Heim zurück. Jetzt ist sich auch Ruth über ihre Gefühle im Klaren und sitzt solange am Krankenbett ihres Mannes bis er genesen ist. Von nun an will sie ihre Ehe ernsthaft führen und unbedingt ein Kind mit ihm haben.
Der Sieg des Herzens entstand wohl kurz vor Kriegsausbruch 1914 im Messter-Filmatelier in Berlins Blücherstraße 32, passierte die Filmzensur im Juni 1915 und wurde am 3. Dezember 1915 uraufgeführt. Der Film besaß vier Akte.
„Auch der jüngste Henny Porten-Film ‚Der Sieg des Herzens‘ muß in seiner Art als ein hervorragendes Produkt bezeichnet werden. Henny Porten macht wie immer durch die einzigartige Durchführung ihrer Rolle dem berühmten Namen alle Ehre.“

Pietje Bell

Pietje Bell oder Peter Bell ist die Hauptfigur der gleichnamigen Buchreihe von Chris van Abkoude. Als Lehrer bemerkte Chris van Abkoude, dass die Bücher, welche nur braves Benehmen schilderten, von den Kindern wenig geschätzt wurden. Nachdem er schon mehrere Bücher geschrieben hatte, erschien 1914 der erste Band von Pietje Bell. Da Abkoude 1916 in die Vereinigten Staaten auswanderte, ist Pietje Bell das letzte Buch, welches er in den Niederlanden geschrieben hatte. Der 1936 erschienene Band Pietje Bell geht fliegen ist zudem das letzte Buch aus der Hand von Abkoude.

Pietje Bell ist der Sohn eines heiteren Schusters aus der Breestraat (Breestraße) in Rotterdam. Pietje zieht später mit seinen Eltern in die Heerenstraat, in welcher Leute mit höherem Einkommen wohnen. Pietje Bell ist ein frecher Junge mit einem Herzen aus Gold. Er ist nicht böse, versucht zu helfen und den Leuten Glück und Heiterkeit zu bringen. Am Ende resultiert aber immer Unfug und etwas ist verkehrt. Pietjes Schwester Martha ist verlobt und heiratet später Paul Velinga, Sohn einer angesehenen Familie. Martha versucht ständig aus Pietje einen vorbildhaften Knaben zu machen, was jedoch immer wieder misslingt. Paul Velinga aber hat Spaß mit Pietje und ist der Einzige, der ihn versteht. Dann gibt es noch die alte Tante Cato mit ihrer großen Nase und einem Pickel (Warze) darauf. Diesen versucht Pietje, während die Tante schläft, mit einem Faden abzubinden. Schließlich würde die Tante es ja auch mögen, den hässlichen Pickel zu verlieren, denkt Pietje nur im Guten. Die Tante beginnt jedoch zu schreien und meint einen Draht um die Nase gebunden zu haben.
Pietjes größter Feind ist Drogist Geelman mit seinem superbraven Sohn Joseph. Pietje selbst hegt jedoch keinen Hass gegen die Geelmans und versucht ihnen zu helfen, was natürlich schiefgeht. Die Geelmans können Pietje nicht leiden. Als der eines Tages Pietjes Vater auf das Benehmen seines Sohnes anspricht, muss der nur lachen.
Als Erwachsener möchte Pietje Journalist bei der Morgenpost einer fiktiven Rotterdamer Zeitung werden, welche zuvor in Skandalen über seine Streiche berichtete.
Es gelingt ihm, seinen Freund aus den Händen von dessen krimineller Familie zu befreien, welche seinen Freund einsperren möchte. Sein Freund fährt darauf nach Amerika und das ist auch das, was Pietje will. Als Journalist geht er dann auch nach Amerika. Vater Bell ist währenddessen kein Schuhmacher mehr, sondern hat ein echtes Schuhgeschäft. Schließlich kommt Pietje wieder zurück, nachdem er in Amerika eine Verbrecherbande entlarvt hat. Er ist verheiratet und hat drei Söhne, die alle auch so „frech“ sind wie er damals. Pietje wird Chefredakteur der Zeitung.
Die Buchreihe spielt in einem Rotterdam vor 1940 und das ist auch ziemlich zu merken, verschiedene Stellen in der Stadt, welche im Buch erscheinen, existieren nicht mehr.
Die Zeitungen und das Bibelschulblatt verdammten die Bücher von Pietje Bell, aber die Bücher verkauften sich gut in den Niederlanden, Belgien und sogar Südafrika.
Fünf Jahre nach dem Tod von Chris van Abkoude entstand ein Aufruhr, als der öffentliche Lesesaal von Amsterdam diese Bücher nicht im Bestand haben wollte.
In den 70er Jahren war in einem Bericht der Lesekommission der öffentlichen Bibliothek von Utrecht zu lesen, dass die Bücher veraltet seien und ein besonders schlechtes Niederländisch benutzten, darunter ein falscher Gebrauch von Sprichwörtern.
Heutzutage stehen die Bücher von Pietje Bell in allen öffentlichen Bibliotheken und von den oben genannten Einwänden ist nichts mehr zu hören.
Die folgenden Bände sind in der Reihe Pietje Bell erschienen. Sie wurden alle vom Verlag Kluitman herausgegeben.
Diese Bücher erscheinen immer noch unverändert. Folgende drei wurden von W.N. van der Sluiys überarbeitet, um sie besser an das Zeitbild anzupassen:
Die erste Verfilmung von Pietje Bell erschien am 26. März 1964 unter dem Titel: Die Abenteuer von Pietje Bell, die Straßenjungen von Rotterdam. Dabei wurde das Buch Pietje Bells Zaubertricks von Henk van der Linden verfilmt.
Die jüngsten Verfilmungen sind von Maria Peters, welche sowohl Skript als auch Regie geführt hat.
Der erste Teil wurde unter Pietje Bell und das Geheimnis der schwarzen Hand im Jahr 2002 veröffentlicht.
Der zweite Teil trägt den Titel Pietje Bell und die Jagd nach der Zarenkronne und erschien 2003.
Zudem hat Maria Peters mit Kruimeltje ein weiteres, stärker emotional aufgeladenes Buch von Chris van Abkoude verfilmt.
Am Mittwoch, den 19. Oktober 2005, war die Premiere von Peter Bell – Das Musical im Neuen Luxor Theater in Rotterdam. Es wurde produziert von Ruud de Graaf Musicalproducties. Die Musik stammt von Ruud Bos. Skript und Liedtexte stammen von Edwin de Jongh, die Choreografie von Perry Dossett. Unter der Regie von Arnold Hemmel tourte diese Produktion bis Anfang Mai 2006 auf allen Bühnen in den Niederlanden. In der Besetzung waren: Johnny Kraaijkamp jr., Kiki Classen, Brigitte Nijman, Eric Beekes, Roberto de Groot, Arie Cupé, Stan Limburg, Hans Langhout, István Hitzelberger, Menno Leemhuis, Karel Simons, Remco Vereijken, Annemarie Libbers, Jorien Molenaar und Marit Slinger.

Eigentümergrundschuld

Die Eigentümergrundschuld ist im Grundstückswesen eine Grundschuld, die dem Eigentümer des belasteten Grundstücks zusteht; so dass eine Identität zwischen Grundschuldgläubiger und Eigentümer des belasteten Grundstücks besteht. Von der Gesetzessystematik ist sie in § 1196 BGB, also im Rahmen des Grundschuldrechts, erwähnt. Dadurch wird deutlich, dass es sich um ein von einem Grundgeschäft – insbesondere Forderung – losgelöstes (abstraktes; besser: nicht-akzessorisches) Grundpfandrecht handelt.

Die Eigentümergrundschuld hat rangsichernde Wirkung, weil der Eigentümer mit ihrer Eintragung im Grundbuch den dort freien Rang in Abteilung III blockiert und damit später einzutragende Fremdgrundschulden auf nachrangige Rangpositionen verweist. Die aus mehreren Grundpfandrechten entstehende Rangfolge hat Bedeutung in einer etwaigen späteren Zwangsversteigerung des Grundstücks. Diese rangsichernde Funktion erfüllen Eigentümergrundschulden insbesondere in der Industrie, wenn diese auf ihren Grundstücken Gleichrangrahmen in Form untereinander gleichrangiger Eigentümergrundschulden „auf Vorrat“ eintragen lässt und spätere Kreditaufnahmen durch Abtretungen einzelner Eigentümergrundschulden an Kreditinstitute oder Versicherungen als Kreditsicherheit zur Verfügung stellt. Dann ist es gleichgültig, dass die Kreditgewährungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten erfolgen, weil sie grundschuldrechtlich den gleichen Rang erhalten.
Eine Eigentümergrundschuld kann entweder durch Bestellung oder kraft Gesetz entstehen.
Die Eigentümergrundschuld entsteht originär durch einseitige Erklärung des Grundstücks-Eigentümers gegenüber dem Grundbuchamt und Eintragung (§ 1196 Abs. 2 BGB). Materiell-rechtlich ist sie daher formfrei, formell-rechtlich gilt eine Beglaubigungspflicht nach § 29 GBO. Der Inhalt der originären EG weicht deutlich vom Inhalt einer originären Fremdgrundschuld ab:
Derivativ entsteht die Eigentümergrundschuld
Durch schuldrechtliche Vereinbarungen in der Grundschuldbestellungsurkunde (Tilgungsklausel, Generalsicherungsklausel oder abstraktes Schuldanerkenntnis) sind entstehende Eigentümergrundschulden zugunsten von Kreditinstituten lediglich auflösend bedingt gestaltet. Endgültige Eigentümergrundschulden entstehen nur bei der Rückabtretung an den Grundstückseigentümer oder Verzicht einer Bank auf eine Fremdgrundschuld. Häufigste Entstehungsursache der Eigentümergrundschuld ist die endgültige Tilgung von Krediten, die mit einer Fremdgrundschuld oder Hypothek besichert sind. Dann ist der Sicherungszweck der Fremdgrundschuld dauerhaft entfallen, wodurch dem Grundstückseigentümer gegenüber dem Kreditgeber ein Rückgewähranspruch auf Rückübertragung der Grundschuld zusteht. Die endgültige Tilgung der Forderung begründet auch ohne ausdrückliche Regelung einen Rückgewähranspruch aus dem Sicherungsvertrag. Der Anspruch entsteht bereits mit der Grundschuldbestellung aufschiebend bedingt durch Tilgung der gesicherten Forderung, allerdings nur für den entsprechend rangletzten Teil der Grundschuld. Dieser Rückgewähranspruch beinhaltet ein Wahlrecht, wonach der Kreditgeber
Anders als bei der originären Eigentümergrundschuld, die durch Eintragung ersichtlich ist, handelt es sich bei den Formen der derivativen Eigentümergrundschuld um so genannte „verdeckte Eigentümergrundschulden“, weil in der Regel die Eintragung der Fremdgrundschuld im Grundbuch bis zur Löschung erhalten bleibt.
Bei einer Veräußerung eines mit Eigentümergrundschuld belasteten Grundstücks steht die originäre Eigentümergrundschuld dem bisherigen Eigentümer weiterhin als Fremdgrundschuld gegen den Erwerber zu; dann fällt auch die Beschränkung der Zwangsvollstreckung nach § 1197 Abs. 1 BGB fort. Steht eine originäre Eigentümergrundschuld bei einer Zwangsversteigerung im geringsten Gebot, so fällt ein etwaiger Versteigerungserlös dem Eigentümer zu (in der Insolvenz: der Insolvenzmasse). Deshalb müssen nachrangige Gläubiger vorrangige Eigentümergrundschulden pfänden lassen oder sich ihre Ansprüche rechtzeitig anderweitig (etwa durch Abtretung) sichern.
Geht einer Fremdgrundschuld eine Eigentümergrundschuld im Range vor, muss der Gläubiger der Fremdgrundschuld ein Hineinwachsen in die rangbessere Position anstreben. Dadurch wird verhindert, dass andere Gläubiger die vorrangige Eigentümergrundschuld pfänden und dadurch ein Aufrücken des Gläubigers in eine ranghöhere Position vereiteln. Zudem wird verhindert, dass bei einer Grundstücksversteigerung die Versteigerungserlöse in Höhe der Eigentümergrundschuld an den Grundstückseigentümer ausgekehrt werden.
Nach § 857 Abs. 1 ZPO kann bei Zwangsvollstreckungen gegen den Grundstückseigentümer eine Eigentümergrundschuld zu seinen Gunsten gepfändet werden. Mit einer Pfändung erwirbt dann der Pfändungsgläubiger nach § 1287 BGB ein Pfandrecht an der Eigentümergrundschuld. Die Pfändung greift jedoch nur, wenn die Eigentümergrundschuld zuvor vom Grundstückseigentümer noch nicht abgetreten worden ist. Daher ist die Abtretung einer Eigentümergrundschuld zu Gunsten nachrangiger Grundpfandgläubiger auch ein wichtiges taktisches Mittel zur Verhinderung von Pfändungen Dritter in vor- oder gleichrangige Eigentümergrundschulden.
Der Gleichrangrahmen ist die Kombination von mehreren originären, inhaltsgleichen Eigentümergrundschulden mit absolut gleichrangiger Eintragung. Dabei wird die gesetzliche Rangfolge des § 879 Abs. 1 Satz 1 BGB (Lokusprinzip) durch einen Gleichrangvermerk bei allen Eigentümergrundschulden nach § 45 Abs. 1 GBO außer Kraft gesetzt. Insoweit besitzt § 45 Abs. 1 GBO nicht nur formelle, sondern sogar materielle Rechtskraft. Bei Eigentümergrundschulden ist eine dingliche Einigung über den Gleichrang nicht erforderlich, so dass eine einseitige Erklärung des Grundstückseigentümers bei der Bestellung ausreichend ist. Üblich sind Eigentümer-Briefgrundschulden, bei denen die Besicherung durch eine außergrundbuchliche Abtretung an den Kreditgeber erfolgt. Da diese Abtretung nicht im Grundbuch eingetragen wird, besitzen die Gläubiger meist keinen Überblick über die Ausnutzung (Valutierung) des Gleichrangrahmens.
Derartige Gleichrangrahmen sind typisch für Industrieunternehmen, die hiermit nachstehende Motive verfolgen:
Sofern auf das Grundschuld-Kapital gezahlt wird (warum auch immer), hat dies auf die persönliche Forderung des Grundschuldgläubigers folgende Auswirkungen: