Gelbe Gauklerblume

Gelbe Gauklerblume (Mimulus guttatus)
Die Gelbe Gauklerblume (Mimulus guttatus), auch Gefleckte Gauklerblume oder Gewöhnliche Gauklerblume genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Gauklerblumen (Mimulus). Sie stammt ursprünglich aus Nordamerika, ist in Europa eingebürgert und wird auch als Zierpflanze genutzt.

Die Gelbe Gauklerblume ist eine einjährige oder ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von meist 30 bis 50 (5 bis 90) Zentimetern erreicht. Der grüne Stängel ist aufrecht oder auch bogig aufsteigend und kann einfach oder ausladend verzweigt sein. Er ist schwach vierkantig, hohl und im oberen Bereich mehr oder weniger drüsig behaart.
Von den gegenständig angeordneten Laubblättern sind die unteren gestielt und die oberen sitzend oder auch teilweise den Stängel umfassend. Die einfache Blattspreite ist eiförmig oder manchmal herzförmig mit einer Länge von 2 bis 10 Zentimetern und einer Breite von bis zu 6 Zentimetern. Im Blütenstandsbereich kann die Blattgröße stark reduziert sein (Hochblätter). Der Blattrand ist unregelmäßig grob gezähnt, kann aber auch fast glatt sein.
Die Blütezeit reicht etwa von Juni bis September. Der lockere, traubige Blütenstand ist drüsig bis flaumig behaart. Er trägt typischerweise drei bis sieben Blüten, die paarweise in den Achseln der oberen Blätter stehen. Die Blütenstiele sind 12 bis 25 Millimeter lang.
Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf grünen Kelchblätter sind verwachsen. Die Kelchzähne sind deutlich ungleich, die oberen zwei etwas größer als die restlichen. Die fünf gelben Kronblätter sind zu einer 2 bis 4,5 Zentimeter langen Kronröhre verwachsen. Die aufrechte bis zurückgeschlagene Oberlippe ist zweilappig. Die dreilappige Unterlippe ist oft rot gepunktet und ihre behaarten Wülste verschließen den Schlund oft weitgehend. Es sind nur vier Staubblätter vorhanden. Der Griffel endet in einer zweilappigen Narbe.
Die zweifächerige Kapselfrucht enthält zahlreiche, kleine Samen.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28, 48 oder 56.
Die Gelbe Gauklerblume ist ein Hemikryptophyt (Halbrosetten- oder Schaftpflanze) oder eine Sumpfpflanze.
Die Blüten sind ausgeprägt zweilippige, unvollkommene „Maskenblumen“. Der Kroneneingang ist bis auf einen schmalen Spalt durch die Lippen verschlossen. Die zweilappigen Narben sind durch Erschütterung seismonastisch reizbar und klappen innerhalb weniger Sekunden zusammen. Falls kein Pollen abgelegt wird, ist die Bewegung reversibel. Die Erholungsphase beträgt ½ bis 1 Stunde. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, besonders Bienen.
Es erfolgt Windausbreitung oder Schwimmausbreitung der Samen. Durch Menschenausbreitung ist die Gelbe Gauklerblume ein Kulturflüchter. Die Samen sind Lichtkeimer.
Die Gelbe Gauklerblume stammt ursprünglich aus dem westlichen Nordamerika. Sie wurde zunächst als Zierpflanze nach Europa eingeführt und verwilderte. Als Wildpflanze wurde sie erstmals 1814 in Schottland beobachtet, 1824 dann auch in England und Norddeutschland. Sie breitet sich entlang der Flussläufe aus.
Die Gelbe Gauklerblume kommt an feuchten und nassen Stellen wie Bach- und Flussufern, Gräben und Quellen vor. Sie bevorzugt kalkarmen, basischen, kiesigen oder sandig-lehmigen Boden. Sie breitet sich über rasch einwurzelnde Ausläufer schnell aus. Wo der Neophyt eingebürgert ist, passt er sich in die Vegetation ein, ohne andere Arten zu verdrängen. Sie kommt vor allem in Gesellschaften der Verbände Sparganio-Glycerion fluitantis, Cardamino-Montion oder Agropyro-Rumicion vor.
Die Gauklerblume wird auch als dekorativer Bestandteil in Pflanzenmatten zur Uferbefestigung verwendet, z. B. an Teichen und Seen, was man in naturnahen Gebieten als Florenverfälschung ansehen kann.

Amt Am Senftenberger See

Das Amt Am Senftenberger See war ein 1992 gebildetes Amt im Land Brandenburg, in dem sich fünf Gemeinden im damaligen Kreis Senftenberg (nach der Kreisreform im Jahr 1993 im Landkreis Oberspreewald-Lausitz, Brandenburg) zu einem Verwaltungsverbund zusammengeschlossen hatten. Sitz der Amtsverwaltung war in der Gemeinde Brieske. Es wurde 2001 wieder aufgelöst, die amtsangehörigen Gemeinden in die Stadt Senftenberg eingegliedert. Es hatte Ende 2000 6634 Einwohner.

Das Amt Am Senftenberger See lag im Norden, Westen, Süden und Südosten um den Senftenberger See herum. Es grenzte im Norden an das Amt Schipkau, im Nordosten an die Stadt Senftenberg, im Südosten an das Land Sachsen, im Süden und Südwesten an das Amt Ruhland und im Westen an die Stadt Schwarzheide.
Zm 20. Juli 1992 erteilte der Innenminister des Landes Brandenburg seine Zustimmung zur Bildung des Amtes Am Senftenberger See. Als Zeitpunkt des Zustandekommens wurde der 31. Juli 1992 festgesetzt. Es entstand nach dem sogenannten Amtsmodell 1, d.h. es wurde eine eigene Amtsverwaltung gebildet. Es hatte seinen Sitz in der damals noch selbständigen Gemeinde Brieske und umfasste folgende Gemeinden:
Mit der Eingliederung der Gemeinden Brieske, Großkoschen, Hosena, Niemtsch und Peickwitz in die Stadt Senftenberg zum 31. Dezember 2001 wurde auch das Amt Am Senftenberger See mit Wirkung zum 31. Dezember 2001 aufgelöst.
Erster und einziger Amtsdirektor des Amtes Am Senftenberger See war Peter Gallasch. Im März 1997 stellte er ein schwarzes, fünf Meter hohes Holzkreuz auf dem Marktplatz von Brieske als Mahnmal auf, um Marga, die älteste Gartenstadt Deutschlands und Baudenkmal vor dem Verfall zu retten. Ein Jahr später begann die Sanierung, für die bis 2000 insgesamt 90 Millionen Mark benötigt wurden.

R@dio.mp3

R@dio.mp3 ist ein ehemaliger Hörfunksender, der als weltweit erster Radiosender Musik im MP3-Format über das Fernsehsignal übertrug. Dazu wurde die vertikale Austastlücke genutzt, in der ansonsten Videotext-Daten übertragen werden. Die Übertragungstechnik hierzu wird als TV Radio Cast bezeichnet.

Am 13. März 2000 startete die Münchner Firma MusicPl@y GmbH mit r@dio.mp3 den ersten über das Fernsehsignal ausgestrahlten Radiosender der Welt. Man konnte sich damals ohne Onlinekosten und ohne Gebühren legal MP3-Dateien auf den Rechner speichern. Der Sender r@dio.mp3 sandte digitale Radiodaten über die vertikale Austastlücke des Fernsehsenders NBC Europe, in der normalerweise der Videotext übertragen wird. Die Rechte an der Übertragungstechnik mit der Austastlücke liegen bei der Hypermedia GmbH, München. Neben der im MP3-Format komprimierten Musik wurden zeitgleich Informationen und Mini-Covers gesendet. Die MP3-Dateien konnten mit Hilfe der Software auf dem PC des Nutzers gespeichert werden. Mit einer handelsüblichen TV-Tunerkarte und der r@dio.mp3-Empfangssoftware, die von der RapidSolution Software AG, Karlsruhe entwickelt wurde, konnte das Programm von rund 90 Prozent der Kabelhaushalte und zusätzlich digital über Eutelsat Hotbird empfangen werden.
Die Sendeanlagen standen in Düsseldorf im Medienhafen bei NBC-Europe. Die Software filterte den in der Austastlücke übertragenen Datenstrom aus und spielte mittels eines integrierten Players die mit 128 kBit/Sekunde kodierten MP3-Sounds in Echtzeit.
r@dio.mp3 war ein eingetragener und lizenzierter Hörfunksender. Samstags konnten z. B. alle Titel der Sendung „TOP 50“ aufgenommen werden. Jeden Tag wurde außerdem eine aktuelle CD in kompletter Länge gespielt. Daneben gab es Sendungen wie „80ies“, „90ies“, „Rock-It“, „HipHop“, „Clubbing“, „Chillout“ und anderes. r@dio.mp3 hatte über 600.000 registrierte Benutzer.
Am 31. Mai 2001 musste die MusicPl@y GmbH beim Amtsgericht München das Insolvenzverfahren beantragen. Das wirtschaftliche Fortbestehen konnte nicht gesichert werden, da sich r@dio.mp3 ausschließlich durch Werbung finanzierte. Diverse Rettungsversuche schlugen fehl, so dass r@dio.mp3 am 12. September 2001 liquidiert wurde. Übrig geblieben ist eine Erinnerungsseite an r@dio.mp3.
Fast elf Monate nach der Liquidierung von r@dio.mp3 nutzte ab 18. April 2002 mit Megaradio ein neuer Sender diese Technik. Die verwendete Software wurde wiederum von der RapidSolution Software AG, Karlsruhe entwickelt und gesendet wurde wieder über die Austastlücke des Fernsehsenders NBC Europe. Allerdings konnte man anfangs nur das Live-Programm hören, das auch über Mittelwelle oder WebStream zu empfangen war. Knapp zwei Monate später entschied sich Megaradio dazu, über die Austastlücke ein anderes Programm als den Livestream zu senden, und so wurden von nun an auch Titelinformationen mitgesendet. Das andere Programm wurde Megaradio.mp3 genannt. Ab dem 16. September 2002 startete Megaradio.mp3 den Premium-Service. Hierzu sendete Megaradio in seinem verschlüsselten Programm bis zu fünf aktuelle Alben pro Tag verschlüsselt, das man für anfangs 5 Euro pro Monat erwerben konnte. Die restliche Sendezeit war unverschlüsselt.
Am 17. März 2003 stellte Megaradio beim Amtsgericht München einen Insolvenzantrag, der Sendebetrieb lief zunächst weiter, wurde am 4. April 2003 aber eingestellt. Zu Megaradio gibt es ebenfalls eine Erinnerungsseite.
Weitere Bemühungen, einen ähnlich gestalteten Austastlückensender mit dem geplanten Namen „RadioeasyMP3“ zu gründen, scheiterten 2003, da der Hauptinvestor kurzfristig abgesprungen war und kein Ersatz gefunden werden konnte.
Die Sendeanlagen standen in Düsseldorf im Medienhafen bei NBC Europe. Das System war aufgeteilt in Sende- und Fileserver. Der Fileserver lief unter Windows 2000 und verwaltete alle MP3-Dateien, die Cover und die Sendelisten. Er war per Netzwerk verbunden mit dem Sendeserver, der dann die MP3-Dateien an die Benutzer weiter schickte. Im Sendeserver war eine spezielle Karte eingebaut, der „Inserter“. Für diese Karte gab es nur Treiber für Windows 98, also lief der Sender unter diesem Betriebssystem. Von dieser Inserterkarte ging es dann per Koaxialkabel auf die Sendebrücke, welche den VBI-Stream in die Austastlücke von NBC-Europe einfügte. Da Windows 98 bekanntlich nicht als Server geeignet ist, konnte es schon mal zu Abstürzen kommen, und wenn das der Fall war, kam keine Musik aus dem Radio. Beide Server waren normalerweise mit einer Watchdogkarte ausgestattet, die den Server automatisch rebootete, falls ein bestimmtes Programm nicht mehr lief.

Amerikanischer Schwarzbär

Amerikanischer Schwarzbär
Der Amerikanische Schwarzbär (Ursus americanus), auch Baribal genannt, ist eine in Nordamerika lebende Raubtierart aus der Familie der Bären (Ursidae). In seiner Heimat wird er meistens als black bear bezeichnet oder als Baribal. Im Vergleich zum eher gefürchteten Grizzlybär gilt der Schwarzbär als weniger gefährlich.

Amerikanische Schwarzbären haben den typischen Körperbau der Bären. Der Rumpf ist massiv, die Gliedmaßen kräftig. Die Pfoten haben je fünf starke Krallen, welche die Bären zum Reißen, Graben und Klettern einsetzen. Der Schwanz ist wie bei allen Bären nur ein kurzer Stummel. Der große Kopf ist durch die eher lange, unbehaarte Schnauze, die kleinen Augen und die runden, aufgerichteten Ohren charakterisiert.
Mit einer Kopfrumpflänge von 1,5 bis 1,8 Metern, einer Schulterhöhe von bis zu 91 Zentimetern und einem Gewicht von durchschnittlich etwa 100 Kilogramm ist der Schwarzbär deutlich kleiner und leichter als der Grizzly. Allerdings besteht zwischen den Geschlechtern ein deutlicher Gewichtsunterschied: Während Weibchen zwischen 40 und 230 Kilogramm (Durchschnitt: 80 kg) wiegen, sind Männchen mit 50 bis 400 Kilogramm (Durchschnitt: 120 kg) deutlich schwerer.
Trotz ihres Namens sind nicht alle Amerikanischen Schwarzbären schwarz gefärbt. Es gibt auch silbergraue und rötlichbraune Varianten, und manche Baribals haben eine mit Grizzlies nahezu identische Fellfarbe. Die Färbung des Fells hängt mit dem Lebensraum zusammen: während Tiere, die in dichten Wäldern mit kühlerem Klima (im Norden und Osten des Verbreitungsgebietes) leben, eher schwarz sind, haben die Schwarzbären im südlichen und westlichen Teil des Verbreitungsgebietes, die in offenem, trockenerem Terrain wohnen, eine eher bräunliche Färbung. So werden in den Neuenglandstaaten, New York, Tennessee und Michigan ausschließlich schwarzfellige Bären angetroffen. In den Küstenregionen des Staates Washington weisen 99 Prozent der Bären ein schwarzes Fell auf, während im Landesinneren von Washington 21 Prozent der Schwarzbärenpopulation ein braungetöntes Fell aufweisen. Im Yosemite National Park wiesen dagegen nach einer Studie nur 9 Prozent ein schwarzes Fell auf. 91 Prozent der Population weisen braune oder gar blonde Fellschattierungen auf. Eine Besonderheit sind die Kermodebären, die an der kanadischen Westküste leben und durch ihr weißliches Fell charakterisiert sind. Es handelt sich dabei aber nicht um Albinos. Die Farbe des Fells variiert außerdem im Jahresverlauf. Nach dem Abwurf des Winterfells ist das neue Deckhaar dunkler. Kurz vor dem Wechsel des Sommer- in den des Winterpelzes ist die Farbe dagegen heller und vor allem bei braunen und hellen Exemplaren fast verblichen.
Kennzeichen, die den Amerikanischen Schwarzbären vom Braunbären unterscheiden, sind neben der geringeren Größe der fehlende muskulöse Nackenbuckel, die flachere Stirn, die kürzeren Krallen der Vorderpfoten und die kürzeren Hinterbeine. Bei Schwarzbären ist außerdem die Region von der Nase bis zur Schnauze ausgeprägter hell gefärbt, als es bei Grizzlies der Fall ist.
Das Verbreitungsgebiet der Amerikanischen Schwarzbären umfasst große Teile Nordamerikas. Sie leben in nahezu ganz Alaska und Kanada mit Ausnahme des äußersten Nordens, im Kerngebiet der Vereinigten Staaten (den 48 zusammenhängenden Staaten) sind sie ebenfalls weit verbreitet und fehlten ursprünglich nur im südwestlichen, trockenen Landesteil. In Mexiko kommen sie vor allem im Bereich der Gebirgszüge Sierra Madre Oriental und Sierra Madre Occidental vor.
Durch die Besiedlung des Kontinents durch die Weißen hat sich ihr Verbreitungsgebiet etwas geändert. Einerseits ist ihre Anzahl im dichtbesiedelten östlichen und südlichen Teil der Vereinigten Staaten deutlich zurückgegangen, dort gibt es oft nur noch Reliktpopulationen. Andererseits haben sie durch die großflächige Ausrottung des Grizzlybären, die dem Baribal überlegene Nahrungskonkurrenten und auch Fressfeinde waren, einen Vorteil errungen und sind in neue Lebensräume eingewandert. Heute sind sie in allen Provinzen Kanadas, in 39 US-amerikanischen Bundesstaaten und in Mexiko verbreitet. Die American Bear Association schätzt ihre heutige Population allein in den Vereinigten Staaten auf 286.600 bis 328.000 und im gesamten Nordamerika auf über 600.000 Tiere.
Schwarzbären bewohnen eine Reihe von Habitaten, benötigen aber dabei ausreichendes Nahrungsangebot und Vegetation als Sichtschutz. Sie leben vorrangig in Wäldern mit einem sehr dichten Unterwuchs, bewohnen aber manchmal offenes Gelände wie Grasländer und Tundren, besonders dort, wo es keine Grizzlybären (mehr) gibt.
Die übliche Fortbewegung der Schwarzbären ist ein gemächlicher Passgang, wobei sie stets die ganze Fußsohle aufsetzen; sie sind wie alle Bären Sohlengänger. Im Bedarfsfall können sie sehr schnell laufen. Manchmal richten sie sich auf die Hinterbeine auf, vor allem um eine bessere Übersicht zu erlangen. Bei Gefahr klettern sie auf Bäume, außerdem können sie gut schwimmen.
Amerikanische Schwarzbären sind in freier Wildbahn vorwiegend dämmerungsaktiv. Die Aktivitätszeiten sind jedoch saisonal unterschiedlich, in Zeiten erhöhten Nahrungsbedarfes gehen sie auch tagsüber auf Nahrungssuche. Die Interaktion mit Menschen kann ihren Rhythmus ändern. Wo sie gefüttert werden, sind sie oft tagaktiv, wo sie an Mülltonnen oder Vorratslager gelangen können, sind sie oft in der Nacht unterwegs.
Wie andere Bären halten sie während der kalten Monate eine Winterruhe in einem selbstgegrabenen Bau, in einer Höhle oder manchmal in einer Erdgrube. Ihre Atemfrequenz und ihr Herzschlag gehen deutlich zurück, dafür sinkt ihre Körpertemperatur nur um etwa 4 bis 7 °C, außerdem sind sie relativ leicht aufzuwecken, darum spricht man nicht von einem echten Winterschlaf. Zeitpunkt und Dauer der Winterruhe hängen vom Lebensraum ab, in kalten Regionen kann sie von September bis Mai dauern. Während der Ruhezeit nehmen sie keine Nahrung und Flüssigkeit zu sich, sie urinieren und defäkieren auch nicht. Während dieser Zeit verlieren sie rund 23 bis 30 % ihres Körpergewichts. Bei säugenden Weibchen ist dieser Prozentsatz noch etwas höher. War im Herbst ein ausreichendes Nahrungsangebot vorhanden, weisen sie nach der Überwinterung noch über ausreichend Körperfett auf. Der Gewichtsverlust hält in der Regel bis zur Beerenreife im Sommer oder Herbst an. In der Regel finden sie in ihrem Lebensraum wieder so kalorienreiche Nahrung, dass sie Fettreserven für die Überwinterung bilden.
Wie alle Bären leben Amerikanische Schwarzbären einzelgängerisch. In Gebieten mit reichem Nahrungsangebot kommen aber manchmal dutzende Tiere zusammen. Die Reviergröße hängt unter anderem vom Nahrungsangebot, vom Geschlecht und vom Lebensraum ab. Die Territorien von Weibchen sind generell kleiner. So sind die Reviere im US-amerikanischen Bundesstaat Washington nur 500 Hektar (Männchen) beziehungsweise 200 Hektar (Weibchen) groß, in anderen Teilen der Vereinigten Staaten 10.000 bis 20.000 beziehungsweise 2000 bis 4000 Hektar und im nördlichen Kanada bis zu 100.000 Hektar. Die Territorien können sich überlappen, besonders das eines Männchens mit denen von mehreren Weibchen, trotzdem gehen sich die Tiere außerhalb der Paarungszeit aus dem Weg. Schwarzbären unternehmen in unberührten Gegenden oft ausgedehnte Wanderungen.
Wie die meisten Bären sind Amerikanische Schwarzbären Allesfresser. Allerdings machen Pflanzen mehr als 75 Prozent ihrer Nahrung aus, darunter Früchte, Beeren, Nüsse, Gräser und Wurzeln. Obwohl Bären im Gegensatz zu anderen Carnivoren einen verlängerten Darm haben, können sie nährstoffarme Pflanzen nur schlecht voll auswerten. Amerikanische Schwarzbären fressen wie andere Bären daher überwiegend Pflanzen, die vollreif und leicht verdaulich sind. Im Frühjahr steht diese Nahrung allerdings noch nicht zur Verfügung. Sie fressen dann bevorzugt frisch aufgeschossene Pflanzen, die noch einen geringen Cellulosegehalt haben. Wenn Schwarzbären tierische Nahrung zu sich nehmen, dann besteht diese meistens aus Insekten wie Ameisen, Kurzkopfwespen, Bienen oder Termiten sowie Insektenlarven. Aas spielt häufig eine Rolle in der Ernährung der Schwarzbären. Sie fressen beispielsweise im Vorwinter verendete große Säugetiere wie Bergschafe, Ziegen oder Rotwild, deren Kadaver im Schnee überdauerten. Wegen ihres sehr ausgeprägten Geruchssinns sind sie in der Lage, neugeborene Huftiere aufzuspüren, obwohl diese nur einen geringen Körpergeruch haben. In manchen Regionen Nordamerikas fallen bis zu 50 Prozent der Hirsch- und 42 Prozent der Elchkälber Schwarzbären zum Opfer. Gefährdet sind diese Jungtiere vor allem in den ersten Lebenstagen. Danach sind sie zu schnell, um für die Schwarzbären eine leichte Beute darzustellen. Ausgewachsene große Huftiere werden in der Regel nur dann zur Beute von Schwarzbären, wenn sie krank oder verwundet sind. Kleine Säugetiere wie Erdhörnchen, Murmeltiere und andere Nagetiere sowie Vögel und Echsen ergänzen den Speiseplan. Zur Zeit des Lachszuges stellen auch Fische einen Teil des Nahrungsspektrums der Schwarzbären dar.
Die Paarungszeit fällt in der Regel in die Monate Juni bis Juli. Zu diesem Zweck finden sich die einzelgängerischen Tiere zu kurzlebigen Partnerschaften zusammen und vollziehen mehrfach die Begattung. Wie bei den anderen Bären kommt es bei Amerikanischen Schwarzbären zu einer verzögerten Einnistung (Nidation), das heißt die befruchtete Eizelle bleibt für einige Zeit frei im Uterus. Die Nidation erfolgt erst zu Beginn der Winterruhe, meist im November oder Dezember. So beträgt die Zeitdauer zwischen Paarung und Geburt rund 220 Tage, die eigentliche Tragzeit dauert aber nur 60 bis 70 Tage.
Während der Winterruhe, meist im Januar oder Februar, kommen ein bis fünf, meist aber zwei oder drei Jungtiere zur Welt. Neugeborene sind blind und wirken nackt, obwohl sie von einem dünnen Fell bedeckt sind. Sie wiegen nur rund 225 bis 330 Gramm und zählen, wie alle Bären, zu den höheren Säugetieren mit dem größten Gewichtsunterschied zwischen der Mutter und ihrem Wurf. Mit sechs bis acht Monaten werden sie entwöhnt, bleiben aber zumindest bis zum zweiten Frühling bei ihrer Mutter. Diese kann sich rund ein bis vier Jahre nach der Geburt erneut fortpflanzen.
Weibliche Tiere erreichen die Geschlechtsreife durchschnittlich mit rund vier bis fünf Jahren, männliche Tiere ein Jahr später. Sowohl der Zeitpunkt, zu dem die Geschlechtsreife erreicht wird, als auch Anzahl und Größe der Würfe sind stark vom Ernährungszustand beeinflusst. So zeigte sich in einer in Minnesota durchgeführten Studie, dass keine Schwarzbärin, die am 1. Oktober weniger als 80 Kilogramm wog, im folgenden Jahr Nachwuchs großzog. Von 30 Schwarzbärinnen, die dagegen über 150 Kilogramm wogen, brachten im Folgejahr 27 Bärinnen Junge zur Welt. Schwarzbärinnen, die ihre Nahrung überwiegend auf Müllhalden fanden und entsprechend sehr früh ein hohes Körpergewicht erreichten, wurden das erste Mal im Alter von 4,4 Jahren und damit 1,2 Jahre früher trächtig als solche Schwarzbärinnen, die überwiegend von natürlichem Futter lebten.
Theoretisch haben Schwarzbären eine Lebenserwartung von 30 Jahren, doch werden die meisten Tiere nicht älter als zehn Jahre. Mehr als 90 Prozent aller Todesfälle von Tieren über 18 Monaten gehen auf die Begegnung mit Menschen (Jagd oder Verkehrsunfälle) zurück.
Neben dem Menschen ist der Grizzlybär der größte Feind des Amerikanischen Schwarzbären. Pumas, Kojoten, Wölfe und auch männliche Schwarzbären reißen gelegentlich Jungtiere. Junge Schwarzbären klettern im Falle einer drohenden Gefahr deswegen auf Bäume. Diese Fähigkeit beherrschen bereits Jungtiere, die erst wenige Wochen alt sind. Sie sind dabei in der Lage, sehr hoch zu klettern und sich auch auf sehr dünnen Ästen zu halten, die das Gewicht eines ausgewachsenen Schwarzbären nicht mehr tragen können. Dieses Verhalten zeigen sie bis zu einem Alter von einem Jahr. Ältere Bären klettern dagegen verhältnismäßig selten auf Bäumen. Dieses Verhalten zeigen sie vor allem, wenn sie von einer Meute Jagdhunde gestellt werden.
Amerikanische Schwarzbären wurden und werden vom Menschen aus verschiedensten Gründen gejagt. Dazu zählen die Angst vor gerissenen Weidetieren und zerstörten Agrarflächen und Bienenstöcken, der Bedarf an Fell und Fleisch sowie die Sportjagd. Untersuchungen haben gezeigt, dass der Schaden bei Weidetieren vernachlässigbar ist, dass sie aber wohl auf landwirtschaftlich genutzten Feldern Schäden anrichten können. Die Sportjagd ist weit verbreitet, nach einer Schätzung aus dem Jahr 1995 werden jedes Jahr rund 40.000 Tiere erlegt. Die Verwendung des Bärenfells und des Fleisches ist heute weitgehend zurückgegangen; bei den Indianern war dies der wichtigste Grund für die Bejagung. Die Bärenfellmützen, die zur Paradeuniform verschiedener britischer Regimenter gehören, werden aber bis heute aus dem Fell kanadischer Schwarzbären hergestellt.
Ein relativ neuer Aspekt der Bejagung ist der Export der Gallenflüssigkeit in ostasiatische Länder, wo dieser Heilwirkung zugesprochen wird. In der Regel werden dort Asiatische Schwarzbären zu diesem Zweck erlegt oder sogar gehalten, durch den dadurch verbundenen Populationsrückgang wird aber immer mehr auf nordamerikanische Tiere zurückgegriffen. So sind die Vereinigten Staaten der zweitgrößte Exporteur von Bärengallenflüssigkeit nach Südkorea, auch China, Japan und die asiatischen Bevölkerungsgruppen in Nordamerika selbst werden beliefert.
Angriffe von Schwarzbären auf Menschen sind verhältnismäßig selten. Der auf Bären spezialisierte Verhaltensforscher Stephen Herrero nennt für den Zeitraum von 1960 bis 1980 500 Vorfälle, bei denen Menschen durch Schwarzbären verletzt wurden. In der Regel laufen die Zusammenstöße mit Schwarzbären vergleichsweise harmlos ab. Zwischen 1900 und 1980 wurden 23 Vorfälle registriert, bei denen Menschen ums Leben kamen. Die Anzahl von Menschen, die in diesem Zeitraum durch Grizzlys getötet wurden, war etwa doppelt so hoch, obwohl Schwarzbären etwa zehn mal so häufig wie Grizzlys vorkommen. Bei 18 der 20 von Stephen Herrero näher untersuchten Todesfälle durch Schwarzbären spielte es allerdings eine Rolle, dass der Schwarzbär den Menschen als Beute ansah. Insbesondere Kinder können ins Beuteschema fallen; in immerhin zwei der tödlich ausgegangenen Vorfälle weckten spielende und herumlaufende Kinder den Beuteinstinkt des Bären.
Nur einer der nachweislich durch Schwarzbären zugeschriebenen Todesfälle geschah in einem Nationalpark. Dagegen ereignete sich hier der Großteil der zwischen 1960 und 1980 registrierten Konfrontationen, bei denen Menschen verletzt wurden. Allein im Great Smoky National Park wurden in einem Zeitraum von zwölf Jahren 107 Menschen verletzt. Die meisten Zwischenfälle gab es beim Versuch, Schwarzbären zu füttern. In drei Fällen versuchten Besucher sogar, die Schwarzbären zu streicheln. Amerikanische Schwarzbären verhalten sich grundsätzlich weniger aggressiv als Grizzlys und tolerieren ein menschliches Verhalten, das bei Grizzlybären mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits zu einem Angriff führen würde. Besucher unterschätzen jedoch regelmäßig sowohl die Körperkraft wie auch das für einen Menschen unberechenbare Verhalten. In amerikanischen Nationalparks sind einige Schwarzbären zu einem Problem geworden. Ihr ausgeprägter Geruchssinn führt sie auf ihrer Nahrungssuche an die Zelte und Autos der Besucher, die sie dann oft in falsch verstandener Tierliebe füttern. Dies hat dazu geführt, dass manche Baribals eine Abhängigkeit von solchen Fütterungen entwickelt haben. Derart an Menschen gewöhnte Bären werden aus Sicherheitsgründen oft getötet.
Der bei Kindern beliebte Teddybär wurde nach dem einstigen US-amerikanischen Präsidenten Theodore „Teddy“ Roosevelt benannt, der sich bei der Jagd geweigert haben soll, ein Schwarzbärbaby zu erschießen. Über den genauen Hergang der Namensgebung ranken sich allerdings verschiedene Geschichten.
Derzeit sind folgende Unterarten mit dem angegebenen Vorkommensgebiet anerkannt:

Târnava (Sibiu)

Târnava [tɨrˈnawa] (veraltet Proștea Mare; deutsch Großprobstdorf, ungarisch Nagyekemező) ist eine Gemeinde im Kreis Sibiu in Siebenbürgen, Rumänien.

Die Ortschaft liegt fünf Kilometer südwestlich von Mediaș (Mediasch) entfernt im nördlichen Teil des Kreises Sibiu, am Fluss Târnava Mare (Große Kokel).
Im Jahr 1331 wurde die Ortschaft als Ekeemeza Maior erstmals urkundlich erwähnt. Es wird angenommen, dass die Gründung der Siedlung bereits deutlich früher – d. h. vor der Ansiedlung der Siebenbürger Sachsen – vermutlich durch Szekler erfolgte. Zunächst war Groß-Probstdorf Teil der Hermannstädter Provinz „Sieben Stühle“, bevor Ende des 18. Jahrhunderts die Unterstellung unter den Mediascher Stuhl erfolgte.
Schon ab den 1960er-Jahren, vor allem aber nach der Wende von 1989 wanderte die überwiegende Mehrheit der deutschsprachigen Bevölkerung nach Deutschland aus. Sie gründeten hier eine „Heimatortsgemeinschaft“ (HOG).
Die Gemeinde liegt an der Nationalstraße DN 14. Darüber hinaus ist der Ort mit einer Haltestelle an der elektrifizierten, internationalen Linie 300 an das Eisenbahnnetz der CFR angebunden.
Bereits im Jahr 1567 ist die Existenz einer Schule in Groß-Probstdorf belegt. Der Ort verfügt heute über einen Kindergarten, eine Grundschule und ein Lyzeum.
Die Mehrheit der Einwohner ist in den Bereichen Landwirtschaft, Obstbau, Viehzucht, Handel und Kleinindustrie beschäftigt.
Aufgrund seiner Nähe zum benachbarten Copșa Mică (Klein-Kopisch), wo sich eine Rußfabrik und ein Buntmetallbetrieb befinden, die insbesondere in den 1980er Jahren in einem katastrophalen Zustand waren, leidet die Umwelt in Târnava bis heute erheblich.
Bürgermeisteramt
Evangelische Kirche, Glockenturm und Schule in Târnava
Innenansicht der evangelischen Kirche
Kirchen in Târnava
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Rivière du Loup (Lac Saint-Pierre)

Rivière du Loup bei Saint-Paulin
Der Rivière du Loup (wörtlich übersetzt: „Wolfsfluss“) ist ein linker Nebenfluss des Sankt-Lorenz-Strom in der Verwaltungsregion Mauricie der kanadischen Provinz Québec.
Der Rivière du Loup hat seinen Ursprung in dem im Réserve faunique Mastigouche gelegenen Lac de la Crécerelle. Er durchfließt die Laurentinischen Berge in überwiegend südlicher Richtung. Kurz vor seiner Mündung in den Lac Saint-Pierre, einer Flussverbreiterung des Sankt-Lorenz-Stroms, durchfließt er die Kleinstadt Louiseville. Der 126 km lange Flusslauf liegt innerhalb der regionalen Grafschaftsgemeinde Maskinongé. Am Oberlauf befindet sich die Barrage du Lac-Bourassa, welche den Abfluss des Rivière du Loup reguliert. Das Einzugsgebiet umfasst 1528 km². Der mittlere Abfluss beträgt 27 m³/s.
Der Flussname leitet sich von den Seehunden (französisch loups-marins) an der Mündung des Rivière du Loup ab.
Am Rivière du Loup befindet sich 3,5 km östlich von Saint-Paulin unterhalb der Route 350 das Laufwasserkraftwerk Saint-Paulin (⊙46.423498-72.968314). Es wurde am 29. November 1994 in Betrieb genommen. Es besitzt eine 8 MW-Francis-Doppelturbine. Das hydraulische Potential beträgt 44 m. Die Jahresleistung liegt bei 41.072 MWh.

Hans Lange (Sagengestalt)

Der Bauer Hans Lange ist eine Sagengestalt, mit der die Jugendzeit des pommerschen Herzogs Bogislaw X. (* 1454; † 1523) ausgeschmückt wurde.

Das Leben Herzog Bogislaws X. des Großen, unter dessen Regierung ab 1478 ganz Pommern wieder unter einem Herrscher vereint war, ist Gegenstand zahlreicher phantasievoller Geschichten. So soll er gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Kasimir bei seiner Mutter, Herzogin Sophia, in Rügenwalde aufgewachsen sein, die beide schwer vernachlässigt habe. Da habe sich ein herzoglicher Bauer, Hans Lange aus Lanzig, des jungen Bogislaw angenommen und ihn angemessen ausgestattet.
Diese Geschichte ist erstmals durch den pommerschen Geschichtsschreiber Thomas Kantzow (* 1505; † 1542) überliefert, der sie als eine Tatsache berichtet.
In der Fassung von Jodocus Donatus Hubertus Temme in den Volkssagen von Pommern und Rügen (1840) lautet die Sage auszugsweise:
„Sie [Herzogin Sophia] hatte auch ihre beiden jüngsten Prinzen Casimir und Bogislav bei sich, allein sie kümmerte sich um dieselben nicht, und sie war ihnen sogar todfeind um ihres Vaters des Herzogs willen. Sie ließ sie mit den Bürgerkindern in die Schule zu Rügenwalde gehen und gab ihnen nicht einmal die nothdürftigste Kleidung, also daß die armen Herrlein gleich den ärmsten Schülern mit zerrissenen Kleidern gingen, und die Zehen ihnen aus den Schuhen hervorsahen, und Jedermann nicht anders vermeinte, als daß sie es gern gesehen hätte, wenn sie gar umgekommen wären.
Es wohnte zu damaliger Zeit nicht weit von Rügenwalde in dem Dorfe Lantzke oder Lanzig ein Bauer, Hans Lange genannt, seiner Art nach verständig und ziemlichen Vermögens. Derselbe kam oft nach Rügenwalde in die Stadt, und wie er die jungen Herzöge so zerlumpt und oft hungrig sah, erbarmte es ihn, und er bekam insbesondere eine Lust zu dem Herzoge Bogislav, als dem schönsten und freudigsten. Er sagte deshalb einst auf sein Pommersch zu ihm: Herzog Bogislav, wie gehst du so daher, als wenn du nirgends zu Hause gehörtest! Willst du denn gar nicht wissen, daß du ein Fürst bist? Will dir deine Mutter nichts geben, weil du solche schlechte Kleider und Schuhe hast? Dem antwortete Herzog Bogislav stolz: Was ihm daran liege? wenn er, der Herzog nichts habe, so werde er, der Bauer, ihm nichts geben! Da sagte aber der Bauer: Ja, Bogislav, mir liegt daran. Du solltest mein Herr sein; wenn du dann Keinen mehr hättest, denn wollte ich dir des Jahrs wohl Kleider geben. Laß dir das nicht so spöttisch sein, daß ein Bauer mit dir redet; vielleicht kann ich dir etwas sagen, was dein Schade nicht sein wird. Fragte Herzog Bogislav, was er denn sagen könnte? und antwortete der Bauer: wie, wenn ich dein Bauer wäre, und gäbe dir alle Jahre meine Zinsen, daß du dir dafür Kleider kaufen könntest, würde dir das nicht gefallen? Da sagte Herzog Bogislav! Ja, aber wie könnte das geschehen? Und sagte der Bauer: Gehe hin zu deiner Frau Mutter, und bitte sie, daß sie dir Hans Lange zu Lantzke zu deinem Bauern übergibt, daß er dir seine Pacht und Zinsen gebe, damit du dir Nothdurft davon kaufen mögest. Das gefiel dem Herzog Bogislav zwar wohl, aber er getraute sich nicht, von seiner Mutter es zu erhalten. Der Bauer rieth ihm jedoch: er solle nur Hans Massow, den Hofmeister, darum bitten, der könne es ihm wohl verschaffen. Das that der Herzog, und Hans Massow verschaffte ihm von der Herzogin Hans Langen für seinen Bauer.“
Nach dem Urteil des Historikers Martin Wehrmann hält die Erzählung vor der kritischen Geschichtsforschung nicht stand. Der junge Bogislaw wurde vielmehr 1466 zur Erziehung an den polnischen Königshof gesandt. Bei seinem Regierungsantritt 1476 handelte er in voller Eintracht mit seiner Mutter. Erst später kam es zwischen beiden zu einem langwierigen Streit über Vermögensansprüche, der die Grundlage der späteren Sage gewesen sein dürfte.
Nach Fritz Zickermann knüpft der Name Hans Lange an den Namen des polnischen Gelehrten Jan Dlugosz, zu deutsch Hans Lange, an. Dieser war der Erzieher der Söhne des polnischen Königs, möglicherweise also auch des am polnischen Königshofe weilenden Bogislaw.
Demgegenüber hat der Heimatforscher Karl Rosenow angenommen, dass die Überlieferung historisch zutreffend sei. Er berief sich auf eine angebliche Urkunde, nach der Herzog Bogislaw X. dem Hans Lange ein Freischulzenamt verliehen hätte.
Der Literaturnobelpreisträger Paul Heyse verarbeitete die Sage in seinem Schauspiel in fünf Akten „Hans Lange“.

Enniger

51.8308333333337.948888888888976Koordinaten: 51° 49′ 51″ N, 7° 56′ 56″ O
Enniger ist ein Ortsteil der Stadt Ennigerloh – einer kreisangehörigen Stadt im Kreis Warendorf im Münsterland mit etwa 3.500 Einwohnern. Nachbargemeinden und -städte sind im Uhrzeigersinn, im Norden beginnend: Warendorf, Beelen, Oelde, Beckum, Ahlen und Sendenhorst.

Enniger liegt im östlichen Münsterland in der Mitte der Westfälischen Bucht.
Im Nordwesten grenzt die Gemeinde Hoetmar, welche zur Stadt Warendorf gehört, an Enniger. Im Osten von Enniger befindet sich die Stadt Ennigerloh. Den nächsten Bahnhof für Personenverkehr findet man in dem von Enniger südöstlich gelegenen Beckumer Stadtteil Neubeckum. In Beckum findet man zusätzlich noch eine Auffahrt zur Bundesautobahn A2. Genau im Süden befindet sich die zur Stadt Ahlen gehörende Gemeinde Vorhelm. In westlicher Richtung von Enniger gelangt man über Tönnishäuschen (Vorhelm) nach Sendenhorst.
Bauerschaften von Enniger (im Uhrzeigersinn)
Mit großer Wahrscheinlichkeit bestand bereits im 9. Jahrhundert der Hof Enniger. Erster dokumentierter Lehnsherr von Haus Enniger war Bertoldus de Ennigger (Westf. Urkundenbuch Nr. 43, Anno 1206-1207). Weitere Nachfolger waren um 1366 Johann von Walegarden und um 1443 Henrik von Horstel, dessen Tochter 1430 Rötger von Voß, Burggraf zu Telgte, heiratete. In der Mitte des 17. Jahrhunderts heiratet Freiherr von Leutersamb Sybille v. Voß und wurde so Inhaber des Hofes. Nach Ableben von Freiherr von Leutersamb sowie des letzten Vasall Adrian von Voß im Jahre 1678 fällt das Lehen von Haus Enniger an das Stift St. Mauritz zurück. Dies bedeutete das Ende des Lehnsherren von Haus Enniger.
In den Jahren 1687 bis 1840 war Haus Enniger an die Familie Casparius Heese und Nachfahren verpachtet. Im Jahre 1840 kauften Heinrich Ostermann aus Beckum und Ignatz Bisping aus Vorhelm den Besitz. Er diente den Eheleuten Heinrich Ostermann und Elisabeth Bisping sowie den heutigen Nachfahren Koch-Haverkamp als neue Heimat. In den letzten Jahren wurde Haus Enniger von der Familie Koch-Haverkamp renoviert und erstrahlt seitdem im neuen Glanz am östlichen Rand der St.-Mauritius-Kirche.
Die Rückämper Kapelle wurde in den Jahren 1685 bis 1687 von Rückämper Bauern zu Ehren der heiligen Dreifaltigkeit errichtet. Sie liegt ca. 2 Kilometer nördlich von Enniger an der heutigen Straße nach Buddenbaum.
In der Zeit vom 18. Juli 1794 bis 1802 fanden 8 französische Priester und ein Theologe, die während der französischen Revolution emigrierten, eine neue Heimat in Enniger. Sie nutzten die Rückämper Kapelle für die Feiern der heiligen Messe.
Auch Diebe machten vor der Rückämper Kapelle nicht halt und stahlen so in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar 1849 die hundert Pfund schwere Glocke. Diese konnte nur in Stücken wiedergefunden werden, welches nur durch Gießen einer neuen, 20 Pfund schweren Kapellenglocke behoben werden konnte. Mehr Glück hatte man im Februar des Jahres 1974, als eine aus Eichenholz geschnitzte Pietà gestohlen wurde. Der Dieb konnte überführt werden und so gelangte die Pietà zurück nach Enniger.
Im Jahre 1956 erfolgte eine Renovierung durch den Heimatverein Enniger, incl. Verrückung um 2 Meter nach Osten. 2003 wurde die komplette Westfront incl. Fachwerk erneuert und die Kapelle wurde auf ein neues Fundament gestellt.
Teile der Kirche St. Mauritius in Enniger stammen aus dem letzten Drittel des 12. Jahrhunderts. Hierbei handelt es sich um einen massiven romanischen Wehrturm, der im Laufe der Zeit durch Änderungen in eine Kirche überführt wurde. Durch seine ehemalige Verwendung als Wehrturm besitzt er keine Portale, sondern lediglich schmale Fensterschlitze. An diesen Wehrturm wurde damals eine kleine romanische Kirche angebaut.
Der Enniger Markt ist eine volksfestähnliche Marktveranstaltung und einer der ältesten Märkte Westfalens. Der erste urkundlich erwähnte Markt fand im Jahre 1552 statt. Der Enniger Markt wird seit 1899 immer am zweiten Mittwoch im Juli veranstaltet.
Ein Wahrzeichen des Enniger Marktes ist der Ritter Voß, als Symbolfigur des Lehnsherren von Enniger, welchem eine Hälfte des Zolles (andere Hälfte dem Fürstbistum von Münster) zustand. Dieser bedankt sich für die ihm entgegengebrachte Huldigung mit einem Münsterländer Korn aus dem Tragekorb des ihn begleitenden Kiepenkerls.
Die Organisation des Enniger Marktes lag bis zur kommunalen Neuordnung bei der damaligen Gemeindeverwaltung. Heute wird diese Organisation durch den Marktausschuss, der dem Heimatverein Enniger angeschlossen ist, wahrgenommen.
Der SuS Enniger hat seinen Sportplatz (Naturrasen) am Börgerskamp. Ein Kunstrasenplatz befindet sich an der Hauptstraße /Ecke Vorhelmer Straße. Außerdem arrangiert der Verein mit der TWV Spielgemeinschaften in der C-, B- und A-Jugend.
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Kreuzworträtsel

Ein Kreuzworträtsel ist ein Buchstabenrätsel auf einer durch Spalten und Zeilen in Kästchen geteilten (meist rechteckigen) Fläche. Die gesuchten Wörter werden senkrecht und waagerecht in benachbarte Kästchen eingetragen, und zwar so, dass alle eingetragenen oder sich ergebenden Buchstabengruppen einen Sinn (entsprechend der Aufgabenstellung) ergeben.

Das erste Kreuzworträtsel der Welt erschien am 21. Dezember 1913 in der Weihnachtsbeilage der Zeitung New York World und enthielt 31 Suchbegriffe. Erfunden haben soll es der aus Liverpool stammende Journalist Arthur Wynne. Grundlage soll ein Spiel seines Großvaters mit dem Namen Die magischen Quadrate gewesen sein. Das Kreuzworträtsel von Wynne enthielt keine schwarzen Felder und war rautenförmig.
Einige Jahre variierte Wynne seine Worträtsel, fügte zur Begrenzung der Worte schwarze Felder ein und ordnete die Begriffe in die bis heute üblichen symmetrischen Gitter. Seinen kommerziellen Durchbruch erhielt das Kreuzworträtsel durch die Verleger Dick Simon und Max Schuster. Simon präsentierte dem Blatt eine Idee zu dem Rätselbuch Cross Word Puzzle Book, die „World“ genehmigte das Vorhaben, da es kein Copyright gab. Das Buch wurde in der Erstauflage von 3.600 Exemplaren noch mit einem Bleistift veröffentlicht und nach einem Jahr bereits in einer Anzahl von 400.000 Stück verkauft. Noch heute gilt Simon & Schuster als einer der größten englischsprachigen Verlage.
Anfang der 1920er Jahre gab es die ersten Kreuzworträtsel in europäischen Zeitungen und Zeitschriften. Das erste Kreuzworträtsel in einer deutschen Zeitung druckte die Berliner Illustrirte 1925. Charles Cilard stellte 1985 nach vierjähriger Vorarbeit das bislang größte Kreuzworträtsel der Welt vor. Es war 870 m lang, 30 cm breit und hatte 2.610.000 Kästchen. Ein gelöstes Kreuzworträtsel führte 1981 nach dem weltweit größten Schriftprobenvergleich zur Aufklärung des so genannten Kreuzworträtselmordes, eines der bekanntesten Kriminalfälle der DDR.
Bei „gewöhnlichen“ Kreuzworträtseln, manchmal auch als Deutsches Kreuzworträtsel bezeichnet, verweist eine Zahl im Rätsel auf die zugehörige Frage, die in einer nummerierten Liste zu finden ist.
Die Nummer im Rätsel steht normalerweise im ersten Buchstabenkästchen des gesuchten Wortes. Je nach Design des Rätsels kann es dann erforderlich sein, dass die Fragenliste nach „waagrecht“ und „senkrecht“ einzutragenden Wörtern aufgeteilt ist. Bei diesem Typ des Kreuzworträtsels sind nicht unbedingt Blindkästchen notwendig; die Trennung der Wörter im Rätsel kann auch durch Trennstriche erfolgen, die den Kästchenrahmen an den Wortenden deutlich verstärken.
Im Bezug auf die Blindfächer und derer Anstellung ist das typische amerikanische Kreuzworträtsel geradezu immer in beiden Richtungen diagonal symmetrisch. Alle einzutragende Wörter bestehen aus mindestens zwei Buchstaben, auch wenn es im Englischen einige Wörter wie ‘a’ und ‘I’ gibt, die aus einzelnen Buchstaben bestehen. Also gehört jeder einzutragende Buchstabe einem senkrechten sowie einem waagerechten Wort zu.
Alternativ kann die Nummer im Rätsel auch in einem Blindkästchen angebracht sein, das mit einem Pfeil in Richtung des gesuchten Worts versehen ist.
Bei einem sogenannten Schwedenrätsel steht die Frage selbst in einem Blindkästchen, das mit einem Pfeil in die Richtung des gesuchten Worts versehen ist. Durch den geringen für die Frage zur Verfügung stehenden Platz sind Schwedenrätsel oft durch besonders kurze Fragen gekennzeichnet, die einem weitgehend standardisierten Repertoire von gesuchten Begriffen entsprechen.
Im Kreuzworträtsel ohne Blindfelder (und ohne Trennstriche) sind die Fragen zeilen- und spaltenweise (z. B. „Waagerecht: 1. X – Y – Z (4)“) angegeben, wobei die Anzahl der Blindfelder für die jeweilige Zeile oder Spalte in Klammern angegeben ist. Neben den Lösungswörtern mit der richtigen Buchstabenzahl muss auch die Lage der Blindfelder herausgefunden werden.
Im deutschen Sprachraum wird dieser Rätseltyp gern als „amerikanisches Kreuzworträtsel“ bezeichnet. Jedoch sind auch in den USA die oben beschriebenen einfachen Kreuzworträtsel Standard.
Das Kreuzgitter enthält im Rätselfeld keine Zahlen – der Ratende muss selber kombinieren, wo das gesuchte Wort einzutragen ist. Als Hilfestellung sind einige Buchstaben bereits eingetragen.
Bei dieser Art (als Kreuzworträtsel oder Kreuzgitter) werden in jedes Feld nicht einzelne Buchstaben, sondern Silben nach den sprachlichen Trennungsregeln eingesetzt.
Beim Zahlenrätsel steht in jedem Feld eine Zahl von 1 bis 26. Dabei soll herausgefunden werden, für welchen Buchstaben des Alphabets jede Zahl steht. Meist ist ein Wort als Start gegeben. Fragen gibt es bei diesem Rätseltyp nicht: Lösungsstrategien drehen sich um die Häufigkeit von Buchstaben und Buchstabenkombinationen sowie typische Wortbilder.
Eine Variante des Zahlenrätsels ist das Janusrätsel. Hier gibt es zwei Rätselfelder, wobei die Wörter im zweiten Feld in umgekehrter Schreibweise (von rechts nach links bzw. von unten nach oben) eingetragen werden müssen. Die Zahlen für jeden Buchstaben sind jedoch in beiden Rätselfeldern identisch.
Hier sind die Lösungswörter, alphabetisch und nach Buchstabenzahl geordnet, vorgegeben und müssen in ein vollkommen leeres Gitter eingesetzt werden, so dass sich ein vollständig ausgefülltes Kreuzworträtsel ergibt. Einige Blindfelder können schon eingetragen sein.
Erfragt werden insbesondere in Schwedenrätseln oft Synonyme sowie einfaches Wissen aus Geographie, Geschichte oder Politik. Beispiel: „russischer Fluss“ (mit zwei Buchstaben) „Ob“. Wörter oder Namen mit besonders häufigen Buchstaben in ungewöhnlicher Kombination oder besonders kurze Wörter kommen zudem oft nur in Rätseln wirklich häufig vor („Rätselwissen“), kaum jedoch im Alltag und in den Medien. Zur Lösung der Rätsel stehen Lexika des typischen Rätselwissens als Buch oder im Internet zur Verfügung, die im Gegensatz zu anderen Lexika und Wörterbüchern auch besonders die Buchstabenzahl der Wörter vermerken oder gar nach dieser sortiert sind.
Es gibt auch eine Reihe von Rätseln mit höherem Anspruch, deren Fragestellungen eine breitere Allgemeinbildung und geistige Flexibilität erfordern. Das populärste Rätsel dieser Art in Deutschland ist Um die Ecke gedacht, aus der Wochenzeitschrift Die Zeit, auch „Zeit-Rätsel“ genannt. Auch in der Hörzu, im Süddeutsche Zeitung Magazin, in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Freitagsausgabe und FAS) und im Stern gibt es „um die Ecke gedachte“ Rätsel dieser Art.
Eine spezielle Form des anspruchsvollen kryptischen Kreuzworträtsels, in Anlehnung an die cryptic crosswords in den englischen Tageszeitungen wie The Times oder The Guardian, findet man in der Wochenendausgabe der taz. Eine Besonderheit liegt hier auch im Formalen: Die Lösungswörter kreuzen sich nur an wenigen Stellen, so dass maximal jeder zweite Buchstabe durch ein anderes Lösungswort gefunden werden kann. Auch die Definitionen halten sich weitgehend an Regeln, die denen der englischen Rätsel entsprechen.
Traditionell wurden Kreuzworträtsel „von Hand“ entworfen. Gute Kreuzworträtsel haben ein hohes Verhältnis von Gesamtfelderzahl zur Blindfelderzahl (4:1 oder mehr). Dabei darf kein Teil eines Kreuzworträtsels vollständig von einem anderen Teil abgeschnitten sein (durch sich berührende Blindfelder), und alle waagerechten und senkrechten Buchstabengruppen müssen einen Sinn ergeben, auch die zweibuchstabigen (soweit diese nicht ganz vermieden werden).
Im englischen Sprachraum wird großer Wert auf Rotationssymmetrie der Blindfelder gelegt, im Deutschen ist dies nicht in diesem Maße der Fall. Bei den Freitagsrätseln in der FAZ sind die Blindfelder jedoch immer rotationssymmetrisch, und auch das Rätsel in der taz wurde bis auf sprachbedingte Ausnahmen nach diesem Prinzip gestaltet, wobei das mittlerweile eingestellte taz-Rätsel wahrhaftig und verborgen auch noch von Hand entworfen wurde.
Heutige Kreuzworträtsel werden aus Kostengründen immer häufiger von Software erstellt. Heutige Software verstößt häufig noch gegen eines oder (meist) mehrere der oben genannten Qualitätskriterien. Einige Rätselhersteller verwenden die Software allerdings nur, um Füllwörter automatisch zu generieren, die Hauptbestandteile können bei guten Softwarevarianten manuell eingegeben bzw. editiert werden.
Seit wenigen Jahren gibt es auch online-spielbare Kreuzworträtsel, die mit modernen Rätselthemen und ungewöhnlichen Spielfunktionen (z. B. schummeln, Infos holen) eine neue Rätselgeneration eingeläutet haben.
Es gibt bereits Algorithmen, die sowohl Rätselgitter automatisch erstellen als auch das gesamte Kreuzworträtsel automatisch generieren. Dabei werden oben genannte Qualitätskriterien immer besser beachtet, was jedoch aufwendige Rechenoperationen mit sich bringt. Ein Webservice zum Generieren von Kreuzworträtsel im Onlinebereich als auch im Printbereich wächst mit dem Rätselgenerator Krupion heran. Sowohl die Anordnung der Pfeile als auch das thematische Basteln von Rätseln wird bereits unter anderem durch das Einbinden von eigenen Wortlisten unterstützt. Auch das automatische Verteilen von Lösungswörtern ist algorithmisch vorgesehen. Neben dem als „normales Kreuzworträtsel“ bekannten Schwedenrätsel gibt es weitere Kreuzworträtselvarianten (Zahlen-Schwedenrätsel, Klassisches Kreuzworträtsel, Schüttel-Schwedenrätsel). Jede Variante erfordert einen eigenen Algorithmus zum Erstellen des Rätsel, was das automatische Generieren des Kreuzworträtsel zusätzlich erschwert. Insgesamt gibt es mehr als 30 Kreuzworträtselvarianten.
Seit dem Jahr 2010 richtet der Deutsche Rätselverein Logic Masters Deutschland e.V. zusammen mit der Frauen- und Rätselzeitschrift das neue die Deutschen Kreuzworträtselmeisterschaften aus. Die Qualifikation für die Meisterschaft wird im Rätselteil von das neue organisiert. Dazu sind die vier Finalisten des Vorjahres automatisch qualifiziert. Am Wettkampftag werden dann in mehreren Vorrunden die vier besten Rätselrater ermittelt, die schließlich im Finale vor Publikum auf Zeit direkt gegeneinander antreten müssen. Der schnellste Rater mit einer fehlerfreien Lösung wird der neue Deutsche Meister. Deutscher Kreuzworträtsel-Champion 2014 ist Andreas Weber.
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Santo Lia

Santo Lia ist ein deutsch-italienischer Poolbillardspieler. Mit sieben Deutschen Einzel-Meistertiteln ist er einer der erfolgreichsten Spieler Deutschlands in der Altersklasse Senioren.
Bei der Deutschen Meisterschaft 1995 kam Santo Lia erstmals über das Viertelfinale hinaus. Mit Goldmedaillen in den Disziplinen 8-Ball und 9-Ball sowie einer Bronzemedaille im 14/1 endlos war dies zugleich seine erfolgreichste Deutsche Meisterschaft. Zwei Jahre später wurde er erneut Deutscher 9-Ball-Meister und gewann Bronze im 14/1 endlos. 1998 erreichte er in allen drei Disziplinen das Finale. Während er im 14/1 endlos Wolfgang Siethoff besiegte verlor er im 8-Ball und 9-Ball gegen Robert Hasenthaler beziehungsweise Richard Hartmann. 1999 wurde er erneut Deutscher Meister im 8-Ball und konnte zudem im 14/1 endlos seinen Titel erfolgreich verteidigen. Bei der Deutschen Meisterschaft 2000 gewann er mit Bronze im 14/1 endlos und im 8-Ball seine vorerst letzten Medaillen bei einer Deutschen Meisterschaft, bevor er schließlich 2004 im 9-Ball zum letzten Mal Deutscher Meister wurde. Ein Jahr später erreichte er im 14/1 endlos zum bisher letzten Mal das Viertelfinale einer Deutschen Meisterschaft.
Lia spielt derzeit beim verbandsligisten PSG Köln, zuvor spielte er beim PBC Köln-Süd.